Die Reise ins Land der grossen Seen
2. Teil
So ging es nun einige Tage durch die Wüste, und es geschah nichts Ungewöhnliches. Den Durst löschten sie an den Kakteen, von denen einige einen recht angenehmen Saft enthielten. Dieser war zwar nicht so klar wie Wasser, aber er löschte den Durst recht gut. So ging es weiter und weiter, und immer wieder konnte es Oshaberi nicht aushalten und fragte: "Wann erleben wir denn nun endlich ein Abenteuer?" Okami knurrte daraufhin meistens den Kleinen an, dieser sprang dann ein bisschen zur Seite, weil ihm das nicht so geheuer war, und Neko war es meistens, die antwortete: "Du kannst nicht auf Kommando ein Abenteuer herbeizaubern. Es kommt oder es kommt auch nicht."
Und so ging es immer weiter durch die Sabaku: In der Morgendämmerung und abends, wenn es noch einigermassen kühl war marschierten die Fünf über die weite Ebene. Und tagsüber in der sengenden Hitze ruhten sie aus oder frassen etwas und tranken. Dann endlich wurde das Land wieder etwas freundlicher und grüner. Und da kamen sie zu einer verfallenen Hütte, die an einen Felsen gebaut war. Okami schnüffelte mit seiner guten Nase und meinte: "Vorsicht, wir wissen nicht, ob da jemand wohnt und uns feindlich gesinnt ist!" "Richtig", stimmt Neko ihm zu, "wir sollten uns vorsichtig von mehreren Seiten anpirschen. Du Oshaberi und Yoake wartet hier und haltet uns den Rücken frei. Falls etwas mit uns geschieht, könnt Ihr noch fliehen." "Oh, ein Abenteuer, ein Abenteuer", hüpft ganz aufgeregt Oshaberi umher. Da greift sogar Kuma ein und hebt drohend seine Tatze: "Wenn Du nicht auf der Stelle etwas ruhiger bist, landest Du in der nächsten Kaktee!"
"Kuma hat Recht", schnurrt da auch Neko, "wir müssen leise sein, sonst können wir nicht unbemerkt an die Yamagoya heranschleichen."
Und so bleiben Yoake und Oshaberi zurück, während sich Okami, Kuma und Neko aus drei verschiedenen Richtungen an die Hütte heranmachen. Neko ist als Erste in dem zerfallenen Schuppen, sieht sich um und schon saust ein Korb von der Decke auf sie herunter, und sie sitzt in einem Käfig fest.
Als sie Kuma und Okami warnen will stellt sie fest, das ihrer Stimme nicht mehr funktioniert. Sie bringt nicht mal ein leises Schnurren zustande. Auch Kuma und Okami kommen in die Behausung und werden im Nu gefangen genommen. Aber wo ist eigentlich derjenige, der dafür verantwortlich ist?

Da erscheint wie aus dem Nichts eine steinalte Frau, mit vielen Runzeln im Gesicht und auf einen Gehstock gebeugt. Als sie anfängt zu sprechen ist das mehr ein Krächzen als eine Sprache: "Oh fein, was habe ich denn da für wundersame Wesen gefangen? Wo kommt Ihr denn her und was wollt Ihr hier?" Sieht Kuma und Okami an, doch als Okami versucht ein Knurren von sich zu geben, kommt kein Ton aus ihm heraus. Es wird nur ein Schnappen und die Alte bringt sich erschrocken mit einem Satz, den man ihr gar nicht zu getraut hätte etwas ausser Reichweite der Käfige. "Nun mal nicht so wild", spricht die Majo wieder, "Zum einen habe ich Eure Stimmen vorübergehend weggehext und zum Anderen würde ich Euch ja doch nicht verstehen, oder vielleicht doch?"
Diese Frage stellt sie eigentlich mehr an sich gewand. "Ihr seid schon ein merkwürdiger Haufen, würde nur zu gerne wissen woher Ihr kommt und wie es möglich ist, dass ein Wolf, ein Bär und eine Katze zusammen unterwegs sind.
"Gottseidank", denkt Neko bei sich, "sie scheint Yoake und Oshaberi nicht bemerkt zu haben.
Und was machen inzwischen diese beiden etwas abseits der Hütte, versteckt hinter ein paar Felsen und Büschen:
Yoake redet gerade auf Oshaberi ein: "Wir müssen uns etwas überlegen, da ist was schief gelaufen. Hast Du auch die lila Wolke über der Hütte aufsteigen sehen, als die Drei in die Hütte eingedrungen sind?" "Ja, das war schon sehr merkwürdig. Ich sollte vielleicht dort hinten an den Felsen an den die Hütte gebaut ist hinaufklettern, über dem Schuppen hängt ein langer Ast.
Von dem aus könnte ich vielleicht in die Hütte sehen, was da geschieht." "Das scheint mir sehr gefährlich", entgegnet Yoake. "Aber nein, ich passe schon auf und der Ast ist dick genug, der wird mich halten", spricht da Oshaberi. "Also gut, Oshaberi, für unsere Freunde müssen wir etwas tun, aber sei bitte vorsichtig!" Also macht sich Oshaberi auf, um zu der Hütte zu gelangen.
Er klettert ganz vorsichtig auf den Baum, und dann weiter am Ast entlang, der bis über die Yamagoya reicht. Dort verschnauft er einen Moment um wieder zu Atem zu kommen. Angestrengt lauscht er, ob irgendwelche Stimmen zu hören sind. Dann vernimmt er den letzten Satz der Majo: "Also nun, Ihr Drei, wollen doch mal sehen, was Ihr nun zu sagen habt, wenn ich Euch Eure Stimmen wieder gebe."
Mit einer merkwürdigen Handbewegung, die man vielleicht mit dem schlängeln einer Schlange vergleichen kann, spricht die Hexe folgende Worte in einer fremden Sprache: "Askebenda unlauden warischna deberes!" (Mögen Eure Stimmen wieder zu hören sein!) Und wieder sieht man, wie eine lila Kumo über den Käfigen aufsteigt. Und dann hört Oshaberi wie Neko zu sprechen anfängt: "Gottseidank, meine Stimme ist wieder zu hören!" Und dann an die Hexe gewandt: "Was soll das? Warum hast Du uns gefangen und in diese Käfige gesperrt? Wir haben Dir doch nichts getan." "Genau", brummt nun auch Kuma.
Da krächzt die Alte: "Jetzt lebe ich schon so lange hier, ich bin mindestens 280 Jahre alt. Oder vielleicht noch ein bisschen älter, so genau weiss ich das gar nicht mehr. Und es gibt wirklich noch etwas, das ich nicht kenne. Sprechende Tiere, und ich verstehe sie auch noch." Neko faucht die Rojin jetzt schon etwas böse an: "Das beantwortet nicht meine Frage. Also warum hast Du uns gefangen?" "Entschuldige", lacht die Hexe gemein, "Eure königlich Hoheit verlangt eine Antwort. Aber es ist einfach unglaublich, dass ich noch nichts von Euch gehört habe. Also verzeiht mir vielmals, dass ich Euch nicht wie wahre Helden empfangen habe." Da mischt sich wieder Kuma ein und brummt ungehalten: "Du dummes altes Weib, gib uns endlich eine Antwort auf unsere Frage!"
"Aber ganz einfach", sagt nun die Hexe, "Ihr seid ein prima Mittagessen, ich dachte das würde einen guten Bärenschinken geben. Womit sie sich mit der Zunge über die Lippen fährt und Kuma von oben bis unten gierig mustert. "So ein Unsinn, Bärenschinken, das ist ja barbarisch. Du isst Fleisch? Neko schüttelt sich bei diesem Gedanken. "Aber natürlich, was denn sonst?" Die Hexe sieht wieder zu Neko.
"Es gibt genügend essbare Wurzeln und Beeren. Auch Bäume haben sehr oft gute und geniessbare Früchte. Aber ich denke darüber mit Dir zu diskutieren wäre sinnlos." Neko spricht zu der Hexe, mehr um sie abzulenken, als sie zu überzeugen. Denn in ihrem Hirn arbeitet es fieberhaft, um einen Ausweg aus dieser Situation zu finden. Während Neko spricht, fällt ihr Blick auch leicht schräg nach oben und da sieht sie durch einen schmalen Ritzen im Dach der Yamagoya Oshaberi auf einem Ast sitzen.
"Hoffentlich tut er jetzt nichts unüberlegtes", denkt Neko bei sich. "Hoffentlich wartet er auf eine günstige Gelegenheit." Da auf einmal meldet sich auch wieder einmal Okami zu Wort: "He Du hässliche Alte. Das mit dem Bärenschinken ist ja noch zu verstehen. Aber was willst Du mit der Katze und mir, dem Wolf. Uns etwa auch auffressen. Du bist anscheinend sehr weit heruntergekommen. Oder hast Du deshalb so viele Furunkel im Gesicht, weil Du alles frisst, was Dir zwischen die Zähne kommt? Na was ist los mit Dir, hat es Dir die Sprache verschlagen, oder sind Dir die letzten Zähne schon ausgefallen, dass Du nicht mehr richtig reden kannst."
So hetzt Okami weiter gegen die Alte. Diese reagiert wie nicht anders erwartet und kreischt und spukt und fuchtelt wie wild mit ihren Armen herum, das man meint zwei Schlangen tanzen einen Tanz vor den Augen. Neko am Anfang etwas verdutzt über den Redeschwall von Okami, merkt aber sehr schnell, was Okami vorhat. Er will die Hexe so stark provozieren, dass sie einen Fehler macht und dadurch die Möglichkeit besteht aus den Käfigen heraus zu kommen. Also mischt Neko kräftig mit und fängt auch noch an zu hetzen: "Genau, recht hast Du Okami, diese verschrumpelt, ausgedörrte und giftige Ziege, glaubt sie könne uns wie kleine Kinder erschrecken. Aber wir haben schon ganz andere Situationen erlebt und überlebt, da brauchen wir uns vor so einem kleinen Gnom nicht zu fürchten."
Die Hexe wird immer wilder, springt umher keift und schreit: "Hört auf Ihr abscheulichen Pelzmäntel. Oh ja, dass wäre eine gute Idee. Ich mache aus Euch schöne warme Pelzmäntel und Schuhe für den Winter." Und dabei hüpft und springt sie in der Hütte herum. Holt sich noch einen merkwürdigen aussehenden Zauberstab, der so krumm wie sie selber ist, und schwingt ihn vor den Augen der Drei in ständig grösser werdenden Kreisen. Während Neko auf die Alte eingeschimpft hat, konnte Okami Kuma zuflüstern: "Wenn ich sage, jetzt, reisst Du das Amulett des Zauberers hoch und richtest es genau auf die Rojin. Hast Du mich verstanden?" "Ich verstehe kein Wort! Aber", fügt Kuma noch schnell hinzu, nachdem er den Blick von Okami gesehen hat, "ich werde tun was Du gesagt hast." Neko hat in der Zwischenzeit mit ihren Beschimpfungen nicht aufgehört und die Hexe noch mehr auf die Palme gebracht
Die Alte wedelt nun so stark mit dem Maho bö herum, dass einem angst und bange werden kann. Und als man schon glauben könnte sie würde sich mit ihren Armen verheddern, da stösst sie die Spitze des Zauberstabes auf die Drei. Und fast wie aus einem Munde schreien Neko und Okami: "Jetzt" Und Kuma reisst den Talisman hoch und der Blitzstrahl, der nun aus dem Maho bö fliegt und auf die Drei gerichtet ist trifft das Omamori…
Vom Dach der Hütte hört man ein entsetztes: Da krächzt die Alte: "Jetzt lebe ich schon so lange hier, ich bin mindestens 280 Jahre alt. Oder vielleicht noch ein bisschen älter, so genau weiss ich das gar nicht mehr. Und es gibt wirklich noch etwas, das ich nicht kenne. Sprechende Tiere, und ich verstehe sie auch noch." Neko faucht die Rojin jetzt schon etwas böse an: "Das beantwortet nicht meine Frage. Also warum hast Du uns gefangen?" "Entschuldige", lacht die Hexe gemein, "Eure königlich Hoheit verlangt eine Antwort. Aber es ist einfach unglaublich, dass ich noch nichts von Euch gehört habe. Also verzeiht mir vielmals, dass ich Euch nicht wie wahre Helden empfangen habe." Da mischt sich wieder Kuma ein und brummt ungehalten:"Du dummes altes Weib, gib uns endlich eine Antwort auf unsere Frage!""Oh je. Oh je!
Und alles in der Hütte steht im lila Rauch.Man hört nur ein leises kratzendes Geräusch, und die Drei von der Tatzenbande halten den Atem an.Dann nach ein paar Sekunden, die für alle wie eine Ewigkeit erscheint, ist der Rauch verschwunden und man sieht den Zauberstab der Hexe am Boden liegen. Aber was ist mit der Hexe? Die ist verschwunden, aber dafür hockt nicht weit vom Zauberstab entfernt eine eklige, fette Spinne.
Neko ruft zu Oshaberi hinauf: "Komm schon, und beeile Dich. Nur Du kannst von aussen die Käfige öffnen!" "Aber die Hexe, was ist mit der Hexe?" Fragt da Oshaberi. "Du siehst doch, die ist durch das Zauberamulett in eine fette Spinne verwandelt worden. Also beeile Dich, bevor sie noch auf die Idee kommt und mit dem Zauberstab Unfug anstellt." Da klettert Oshaberi so schnell er kann vom Baum herunter und läuft um die Hütte zur Tür. In der Zwischenzeit hat sich die Spinne erholt und will zu ihrem Zauberstab. "Beeile Dich schon", ruft da Kuma, Sie ist schon auf dem Weg zum Maho bö." Oshaberi huscht flink an der Hexe vorbei und gibt dem Hexenstab einen Schubs, sodass dieser in Richtung Käfig rutscht. Neko greift mit ihrer Tatze durch die Gitterstäbe und nimmt den Zauberstab an sich. Da weicht die Spinne in die hinterste Ecke der Hütte zurück. Oshaberi ist nun bei den Käfigen und öffnet die Türen. Als Kuma heraus ist will er zur Spinne und hebt schon seine mächtige Pranke um sie zu zertreten. "Stopp", mischt sich da auch Okami wieder einmal ein. "Was ist los? Fragt Kuma. "Zertritt sie nicht. Denn es ist eine viel grössere Strafe für die Majo ihr Leben als Spinne zu fristen, als tot zu sein.
"Stimmt", sagt da auch Neko. "Also schön", krummelt da noch etwas beleidigt Kuma, "aber ich hätte sie lieber zertrampelt diese alte Minikui."
Oshaberi hüpft ganz aufgeregt herum: "Endlich ein Abenteuer, endlich ein Abenteuer!" "Na, ob das so ein tolles Abenteuer wahr? Wir hätten leicht dabei sterben können", sagt Neko. "Aber Ihr habt es doch wieder geschafft, und habt es glücklich überlebt." "Ja, aber wenn Okami nicht im richtigen Moment diesen Einfall mit dem Amulett gehabt hätte, wäre es ganz schön schlimm ausgegangen."
"Stimmt", knurrt da auch wieder Kuma, "wie kamst Du nur auf diese Idee mit dem Omamori, woher wusstest Du, das es Zauberkräfte hat." Okami erteilt ausnahmsweise eine Antwort: "Ich wusste nicht mit Sicherheit, das es Zauberkräfte hat, aber da der Katarite immer aus dieser sonderbaren Zauberkugel kam, die doch wohl auch nur im Zusammenhang mit dem Amulett stehen kann, nahm ich an, das Amulett hätte besondere Kräfte." Nach dieser langen Erklärung tappte Okami auf die Spinne zu und knurrte sie gefährlich an. Woraufhin diese es vorzog schnell durch eine Ritze aus der Hütte zu verschwinden. Kuma ganz empört: "Du wusstest es nicht mit Sicherheit? Du hast mit dem Glück gespielt?" "Aber Kuma, wir hatten doch eh nichts zu verlieren, also war es die einzige logische Entscheidung", entgegnet da Neko. "Na schön", antwortet Kuma schon wieder etwas versöhnt, "aber das nächste Mal bitte, fragt mich vorher, ob ich auch damit einverstanden bin." "Wenn mir die Zeit bleibt", knurrt da nur noch Okami und geht schon zur Tür hinaus. "Er hat Recht. Wir sollten uns nun auf den Weg machen, Yoake wird sich sicher auch schon Gedanken machen, was passiert ist", sagt da Neko und folgt Okami nach draußen.

Kuma brummt nur etwas vor sich hin und folgt den beiden. Oshaberi sieht sich noch mal in der Yamagoya um spricht zu sich selber: "Ein tolles Abenteuer war das, und ich war dabei. Mit den Drei kann man wirklich immer was erleben!" Und dann folgt auch er den Dreien hinterher.
Bei Yoake angekommen muss Neko erst einmal alles ganz genau erzählen. Yoake steht da und lauscht mit offenem Maul den Schilderungen von Neko. "Das war ja wieder ein Boken!" "Sag ich doch die ganze Zeit. Mit Euch kann man Abenteuer am laufenden Band erleben." Oshaberi ist immer noch ganz aufgeregt und hüpft und springt umher.
"Jetzt sollten wir uns aber wieder auf den Weg machen, damit Yoake endlich auch einmal zu Hause ankommt. Ich hoffe, es passieren nicht noch oft solche Zwischenfälle", spricht da Neko. "Ja, machen wir uns auf den Weg in meine Heimat und hoffen, dass nicht mehr allzu viel Schlimmes passiert." Und mit diesen Worten galoppiert Yoake wieder voran.
Da nichts mehr dazu zu sagen ist, folgen Kuma, Neko, Okami und Oshaberi hinterher.
Nach einigen Tagen der Wüste, Öde und weiten Ebene in denen nichts Aussergwöhnliches geschehen ist, wird das Land wieder etwas grüner und vereinzelt stehen auch wieder Bäume auf ihrem Weg. Während sie sich darüber unterhalten, dass das Land langsam etwas ungewöhnlich wird, Oshaberi meint nur etwas hektisch: "Schaut Euch das nur an, das müssen die ersten Ausläufer dieses seltsamen Landes, genannt Kimyo, sein. Die Bäume sind so merkwürdig!" "Ja, Du hast Recht", antwortet Neko, "das muss das seltsame Land sein von dem Itoko gesprochen hat."
Und während sie noch darüber diskutieren welchen Weg sie durch den Wald einschlagen sollen, der jetzt langsam sichtbar wird, sehen sie eine andere Gestalt auf sich zu kommen. Je näher diese Person den Fünfen jetzt kommt, desto deutlicher sieht man, dass es kein Mensch ist. Er läuft zwar aufrecht auf zwei Beinen oder was man von diesen Beinen sehen kann, denn er trägt, und da ist sich Kuma ganz sicher, einen Kimono. So wie die Samurai im alten Japan ihn getragen haben.
Ausserdem hat er auch zwei Schwerter an den Seiten im Gürtel stecken. Aber wohl das Ungewöhnlichste an dieser Gestalt ist das Gesicht, das man jetzt langsam erkennt, je näher man kommt. Es ist ein Fuchs. Und jetzt kommt auch Bewegung und Hektik in die Art des Kitsune. Dieser zieht nämlich plötzlich eines seiner Schwerter und fängt an auf die Fünf loszurennen.
Diese bleiben stehen und sind so verdutzt, dass sie keinen weiteren Schritt mehr tun können. Etwa einen Meter von Okami, Oshaberi, Yoake, Neko und Kuma entfernt bleibt dieser etwas seltsame Samurai, denn jetzt erkennt man eindeutig, dass er ein Samurai ist, vor ihnen stehen und schreit sie an:
Samurai:"tomare, ippomo ugokuna!"
Okami:"nanimo shinaidekudasai.watashitachiwa tada michiyukinomonodesu.
anataniwa nanimo waruikoto o shimasen.
Samurai:"sorewa shitsureishimashita. shikashi watashiwa hidoi sensokara
kaettekitabakaride takusan no mugotarashiikoto o mite mata takusan no iyanakoto o keikenshimashita. tokorode kimitachiwa nanika tokubetsuna mure noyoni mieruga"
Okami:"hai sonotoridesu. watashiwa anatani yorokonde hanashi o shitaidesu ga tada watashitachino kotobadeshika dekimasen. sodenaito wakarimasen.
Übersetzung
Der Samurai spricht jetzt zu den anderen gewandt, die schon ganz entgeistert auf die beiden gestarrt hatten in ihrer Sprache: "Entschuldigt vielmals, meine Unhöflichkeit, aber wie ich schon zu Eurem Freund gesagt habe, ich komme aus einem sehr schweren Krieg und bin es nicht mehr gewohnt, respektvoll und freundlich behandelt zu werden." Da antwortet Neko: "Das ist zu verstehen, aber lass uns dort drüben ein schönes Plätzchen suchen und uns zusammen setzen und erzählen was Dir und uns widerfahren ist." "Du hast Recht", antwortet da der grosse Krieger, "lass uns einen ruhigen Platz finden und erzählen." Mit diesen Worten schreitet der Samurai voran und die anderen folgen.
An einer freien Stelle, umgeben von den merkwürdigen Bäumen setzen sich alle zu einem Kreis zusammen und der Samurai beginnt mit den Worten: "Zuerst einmal möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Akai Kitsune. Ich bin seid vielen Tagen unterwegs und habe dieses seltsame Land fast ganz durchquert. Der Krieg, den ich hinter mir habe war furchtbar, und ich bin nun auf dem Weg nach Hause. Dort im Krieg habe ich viel Schlechtes und Unheimliches gesehen, aber Ihr seid schon etwas ganz Ungewöhnliches. Es tut mir Leid, das ich Euch vorhin so angegriffen habe, aber meine Erfahrungen haben mich gelehrt, zuerst zum Schwert zu greifen und dann Fragen zu stellen. Aber als mich Eurer Freund in meiner Sprache anredete, da merkte ich, dass es auch noch etwas anderes gibt, als nur den Kampf." "Das verstehen wir schon", entgegnet da wieder Neko, "aber was wir nicht verstehen ist Okami. Oh verzeih auch mir, ich möchte uns auch einmal vorstellen." Mit diesen Worten erhebt sich Neko und zeigt von einen auf den Anderen: "Das ist Okami, der Grosse daneben ist Kuma. Der kleine Hüpfknäuel ist Oshaberi und die weisse Schönheit ist Yoake.

Oshaberi haben wir unterwegs getroffen als wir durch ein friedliches Wäldchen marschierten, und er wollte uns für eine Weile begleiten, weil er glaubt so viele Abenteuer zu erleben." "Aber es ist doch war, wir haben doch schon ein Boken erlebt." Oshaberi hüpft wie immer sehr aufgeregt hin und her. Da spricht Neko weiter: "Ja, ja, alles schön der Reihe nach. Yoake haben wir aus dem Schloss des Tyrannen befreit und sind nun auf dem Weg in ihre Heimat. Kuma, Okami und ich sind, seid wir uns zu Beginn unserer Wanderung getroffen haben, die Tatzenbande und haben schon viel erlebt. Das können wir Dir alles erzählen, wenn Du ein bisschen Zeit hast. Aber zuerst einmal möchte ich von Okami wissen, wie er Deine Sprache sprechen konnte." Damit wendet sich Neko an Okami und sieht ihn erwartungsvoll an. "Ich habe keine Ahnung, ich konnte es einfach als mich Akai Kitsune angesprochen hat. Ich kann mir nur denken, als ich in diesen Krieger verwandelt wurde, muss ich einiges von ihm unbewusst übernommen haben. Und das kam jetzt einfach heraus." So spricht nun Okami. Der Samurai sieht die Freunde etwas verständnislos an, worauf hin Neko beginnt zu erzählen: "Also ich sehe schon, ich muss wieder mit dem Anfang beginnen!" Der Samurai verbeugt sich höfflich und sagt: "Ich bitte darum, lasst es uns bequem machen und Du kannst mit Deiner Erzählung beginnen." "Nun denn", fängt Neko an zu berichten, "Okami, Kuma und ich haben uns in einem weit entfernten Wald kennen gelernt. Von dort sind wir aufgebrochen und wollten die Welt, Abenteuer und neue Freunde finden." Und so berichtet Neko wieder einmal von all ihren Abenteuern und die anderen lauschen, obwohl sie ja bei fast allem dabei waren, gebannt ihren Worten. Selbst Oshaberi bleibt endlich einmal ruhig auf seinen Pfoten sitzen. Nachdem Neko geendet hat, beginnt der Samurai zu berichten: "Wie ich schon zu Beginn sagte, ich komme aus einem sehr grausamen Krieg. Mein Kriegsheer und ein Anderer liegen schon seid langem im Kampf miteinander wegen einem schönen Stück Land, genannt Odorokubeki koto.

Jeder der Beiden möchte es für sich haben, und deshalb ist dieser grausame Krieg ausgebrochen. Viele gute Freunde von mir sind in diesem Senso verwundet oder sogar getötet worden. Aber nun ist alles vorbei, wir haben verloren, und die, die noch überlebt haben, haben sich in alle Winde verstreut oder sind wie ich auf dem Weg nach Hause." Nun hält der Samurai erst einmal auf zu erzählen und verfällt in Schweigen. Die Anderen sind auch ganz still geworden, weil sie über diese furchtbare Sache nachdenken. Aber schon nach kurzer Zeit hält es Oshaberi nicht mehr aus und er fragt: "Das ist alles sehr traurig, aber erzähle uns doch einmal wo Du herkommst. Wie sieht es denn bei Dir aus?" Der Samurai verbeugt sich wieder und spricht: "Du hast Recht, es war alles sehr furchtbar. Aber jetzt ist es vorbei, und ich muss an die Zukunft denken. Ich hatte Zuhause Frau und zwei Kinder. Auf diese Drei freue ich mich besonders…"

Fortsetzung folgt