Die Reise ins Land der grossen Seen
Als nun Tekeshi Maranga mit seiner Erzählung zu Ende war, wurde es um das Lagerfeuer herum erst einmal ganz still. Jeder hing seinen Gedanken nach und überdachte das Erzählte. Neko, die wie immer meistens das Wort ergriff, sagte: "Eine sehr schöne Geschichte. Aber ob nun war oder nicht, das kann jeder für sich selbst entscheiden. Wir danken Dir Tekeshi Maranga dafür und auch für das wunderschöne Amulett. Wir werden es in Erinnerung behalten und wenn wir auf unserem Weg in die Heimat von Yoake rasten, werden wir Dich bestimmt wieder rufen." "Ja", brummte auch Kuma, "das war ein wunderschönes Märchen und ich entschuldige mich, dass ich Dich erst so angeknurrt habe. Ich werde auf das Amulett gut achten."
Okami nickte nur zustimmend. Daraufhin wurde die Zauberkugel, nachdem der Geschichtenerzähler wieder eine besondere Handbewegung gemacht hatte, wieder hell leuchtend und mit den Worten: "Ich weiss, Ihr werdet auf das Amulett gut achten und obwohl ich kein Wahrsager bin, sondern einfach nur ein Geschichtenerzähler, sage ich Euch voraus, dass Ihr noch viele Abenteuer erleben werdet. Also viel Glück und denkt immer daran: Zusammen seid Ihr stärker als allein. Also vertraut immer Euren wahren Freunden." Damit stieg er in die Kugel, es blitzte kurz auf und die Mahotama verschwand wieder.
"Na das war's denn wohl", knurrte Kuma. "Jetzt sollten wir uns überlegen wie wir weiter vorgehen." "Wieso denn weiter vorgehen?" Yoake sollte gehen und versuchen den Weg nach Hause zu finden und wir folgen ihr. Alles andere wird sich dann schon finden", erwidert Neko. "Stimmt", meint dazu auch Okami und dreht sich zu Yoake herum und sieht sie erwartungsvoll an.
Yoake etwas ängstlich: "Wenn Ihr meint, dann werde ich voran gehen, aber wie ich schon sagte, ich weiss nicht, ob ich den Weg finden werde. Aber ich werde es versuchen und mit Eurer Hilfe habe ich nicht mehr solche Angst." Mit diesen Worten galoppiert Yoake an und die anderen folgten.
Zuerst einmal mussten die vier Freunde um den grossen düsteren Wald, da sie nicht wieder durch diesen reisen wollten. Und so war der Weg auch dementsprechend weit. Aber nachdem sie den Mori umrundet hatten kamen sie zu einer sehr grossen Wiese, an deren Ende ein kleines Wäldchen lag, das nicht so unfreundlich aussah
Zuerst stillte Yoake seinen Hunger an dem saftigen grünen Gras. "Ich habe schon lange nicht mehr so gut gefressen", sprach Yoake zwischen zwei Bissen zu den anderen Drei. "Wollt Ihr nicht auch etwas fressen, Ihr habt doch ebenso lange wie ich nichts mehr zu Euch genommen. Und dort am Waldrand bei dem Felsen gibt es einen kleinen Wasserfall, da haben wir dann auch etwas zu trinken." "Sie hat Recht", sprach da Neko, "wir sollten uns auch etwas zum Fressen suchen." "Stimmt", brummte da auch Kuma, "ich habe auch schon einen ganz leeren Magen, lasst uns sehen, was es dort in dem kleinen Wäldchen gibt." Okami nickte nur dazu und trabte Richtung Wald los.
In diesem Wald war es hell, es gab dort Bäume, und diesmal waren es ganz normale Bäume, ausserdem sah man dort wie in jedem anderen Wald Rehe, Hasen und Füchse, Eulen und Eichhörnchen.
Als die Vier nun in den Wald gingen huschte gerade ein kleines Eichhörnchen vorüber, dass auf der Suche nach Nüssen war. Neko sprach den Kleinen an: "He Du, kannst Du uns vielleicht sagen, wo wir hier sind. Und weisst Du auch wie man zum Land jenseits der grossen Seen kommt?" "Oh, habt Ihr mich aber erschreckt. Wer seid Ihr denn, und wo kommt Ihr her? Hier gab es noch nie Fremde. Ihr müsst von ziemlich weit her kommen. Ach und mein Name ist Oshaberi. Wie heisst Ihr eigentlich?" So plapperte das kleine Wollknäuel munter drauflos.
Neko, die schon ein paar Mal angesetzt hatte, um zu sprechen, erwidert nun schnell: "Du meine Güte, musst Du nicht auch ab und zu mal Luft holen, oder redest Du immer so, ohne Punkt und Komma?" Daraufhin redet der Kleine schon wieder wie ein Wasserfall los: "Also, jetzt hör aber auf, ich rede doch nicht immer so viel. Ich war nur so erschrocken, weil Ihr so plötzlich aufgetaucht seid." Und wollte schon wieder weiter plappern, aber da kennt er Neko schlecht: "Ruhe jetzt, und gib mir auf meine Fragen nur eine kurze Antwort. Wir haben nicht ewig Zeit und müssen ja auch irgendwann mal wieder weiter. Aber bei Deinen langen Erklärungen werden wir ja alt und grau." Mit einem tiefen Seufzer sagt Oshaberi: "Na schön, ich werde jetzt auf Deine Fragen nur noch in kurzen Sätzen antworten. Was möchtest Du wissen." "Ist schon gut, aber wir haben sehr viel durchgemacht und möchten hier", damit zeigt Neko auf Yoake, "unsere Freundin zurück zu ihrer Herde bringen. Diese lebt im Land jenseits der grossen Seen.
Und diese müssen hinter einer grossen Bergkette liegen. Weisst Du wie man da hinkommt?" "Nein", antwortet das kleine Eichhörnchen, "ich bin nie weiter als bis über diese grosse Wiese oder hier im Wald hinausgekommen. Aber…" "Aber", fragt Neko, "was heisst aber?" "Nun ich kenne jemanden, der Euch vielleicht helfen kann. Sie lebt im Wald und heisst Itoko." Da meldet sich Kuma zu Wort: "Wer oder was ist Itoko? Könntest Du nicht mal eine gescheite Antwort geben, mit der man dann auch was anfangen kann." "Man Ihr seid wohl mit gar nichts zufrieden. Erst soll ich so kurz wie möglich antworten und dann geht es Euch nicht ausführlich genug." "Entschuldige, Oshaberi, aber könntest Du uns jetzt genauer sagen, wer diese Itoko ist?"
"Okay, okay, also Itoko ist eine alte Eule, die schon sehr lange hier in der Gegend lebt. Sie weiss eine ganze Menge und da sie auch immer weite Flüge in der Gegend unternimmt weiss sie vielleicht auch wo dieses Tal jenseits der grossen Flüsse ist." "Vielen Dank", antwortet Neko, "würdest Du uns zu ihr führen?" "Aber klar doch, folgt mir einfach." Daraufhin hüpft der Kleine los und die anderen folgen ihm. "Sagt mal könnt Ihr nicht ein bisschen über Euch erzählen, Ihr habt mir noch gar nicht Eure Namen gesagt." "Oh entschuldig bitte", erwidert Neko zerknirscht, "bei der ganzen Aufregung habe ich das ganz vergessen. Also Yoake habe ich ja schon vorgestellt, sie will zurück zu ihrer Herde.
Der grosse Brummbär ist Kuma, mein Name ist Neko und der ruhige Graue, das ist Okami." "Ihr seid schon ein komischer Haufen, so unterschiedlich wie Ihr seid. Was hat Euch eigentlich zusammen gebracht?" fragt jetzt Oshaberi neugierig. "Wir trafen uns auf einer schönen Lichtung im Wald Seremderrod im Lande Shandorrah und beschlossen gemeinsam weiter zu ziehen und grosse und gefährliche Abenteuer zu erleben."
Kuma brummte nach dieser Erklärung und legte sich auf den Waldboden, da sie angehalten hatten, weil Oshaberi stehen geblieben war und dem Erzählten lauschte. "Das ist ja toll, und was habt Ihr schon alles erlebt", fragte der Kleine. Neko antwortete ihm: "Das würde etwas länger dauern. Ich würde sagen, wenn wir bei Itoko sind machen wir eine Rast und dann kann jeder seine Geschichten erzählen." "In Ordnung", sagt da Oshaberi, "es ist nicht mehr weit. Dort hinten in dem grössten alten Baum, in den auch schon der Blitz eingeschlagen hat, lebt Itoko."
Als sie nun zu dem Baum kamen schauten alle nach oben zu dem merkwürdigen Nest. Da der Blitz eingeschlagen hatte, fehlte dem Baum die Krone, die wahrscheinlich abgebrochen war. Übrig war nur ein langer Baumstamm geblieben, der durch den Blitz einen langen Spalt aufwies. In diesem Spalt gab es noch zusätzlich ein grosses Loch, ähnlich einer kleinen Aushöhlung. Und in dieser sass nun die Eule. Sie blinzelte verschlafen, durch den Krach der fünf Tiere aufgeweckt, zu ihnen hinunter. "Was macht Ihr nur für einen Lärm und weckt alle auf", fragte Itoko leicht böse. Kuma brummt vor sich hin: "Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor." Und Neko ergriff wieder das Wort: "Es tut uns Leid, dass wir Dich geweckt haben, aber Oshaberi hat uns erzählt, Du könntest uns vielleicht helfen. Wir suchen das Land jenseits der grossen Seen."
"Ja, genau", mischte sich da Oshaberi ein, "ich habe ihnen von Dir erzählt. Du bist doch so klug und kommst immer weit bei Deinen Flügen herum. Ich armes kleines Ding lebe ja nur hier in der Gegend." "Also Du warst wieder mal der Übeltäter. Du bist eben ein geschwätziges kleines Risu. Aber da ich schon mal wach bin, kann ich auch genauso gut Eure Fragen beantworten." Damit wandte sich die Eule an Neko: "Was also wollt Ihr von mir genau wissen?" Zum ersten Mal seid langem wieder meldete sich auch Okami zu Wort: "Ich möchte mich auch noch einmal entschuldigen. Aber wir kommen von sehr weit her und haben einen noch viel längeren Weg hinter uns. Wir suchen das Land hinter den Grossen Seen. Es soll hinter einer hohen Bergkette liegen. Wir möchten nämlich unsere Freundin Yoake zu ihrer Herde zurück begleiten. Und da es schon lange her ist das sie von zu Hause weg ist, suchen wir gemeinsam diesen Ort." Nach dieser langen Rede, legte sich Okami nieder, streckte sich auf seine Vorderpfoten aus und tat so als ginge ihn das Ganze nichts mehr an.
"Na, das war ja etwas. Ist der immer so?" fragte Itoko nun wieder Neko. "Sei ihm nicht böse", antwortete Neko, "Du hast etwas erlebt, was wir schon ewig nicht mehr von ihm gehört haben. Er redet nur sehr wenig und wenn, dann nur in kurzen, knappen Sätzen. Also musst Du Dich zu den wenigen Auserwählten zählen. Aber zurück zu unserer Bitte. Er hat Recht wir suchen dieses Tal, um Yoake zurück zu ihrer Familie zu begleiten. Kannst Du uns helfen?" Darauf hin schliesst Itoko ein zweimal die Augen, öffnet sie wieder und fängt an zu erzählen:
"Hinter unserem schönen Wäldchen beginnt die Freie Ebene Ameniji. Es ist ein karges Land nur Sand und Sträucher, Steine und Büsche und ein paar Kakteen.
Danach kommt das Land Kimyo, dieses Gebiet ist sehr ungewöhnlich und seltsam, aber es ist nicht gefährlich. Und wenn Ihr das geschafft habt kommt die grosse Felsenkette, hinter der das Land mit den grossen Seen beginnt." "Das hört sich noch sehr weit an", überlegt Neko laut. "Ja", sagt Itoko, "das ist es auch. Ich fliege bis dort hin schon mehr als drei Tage, und Ihr müsst auf Euren Tatzen überall durch unwegsames Gelände. Ihr solltet Euch vielleicht ein bisschen ausruhen und von Euren Abenteuern erzählen." "Oh ja", ruft da Oshaberi dazwischen, "bitte erzählt von den Abenteuern, die Ihr erlebt habt." "Das können wir gerne tun", brummt da Kuma, "aber lasst uns zurück zu dem schönen Wasserfall gehen, dort gibt es genügend Wasser und zu Fressen."
"Ja, Kuma, das ist eine gute Idee", wirft auch Neko ein. "Fein", plappert da wieder das kleine Eichhörnchen dazwischen, "dann kann ich meine Familie und Freunde holen, die hören nämlich auch gerne Geschichten." "Also abgemacht", ruft da Itoko noch mal dazwischen. "Ihr geht schon mal vor und macht es Euch am Aoitaki bequem. Ich komme dann nach und bin auch, da ich fliege genauso schnell bei Euch, um mir ebenfalls die Geschichten anzuhören." Okami neigte zum Einverständnis nur wieder seinen grossen Schädel und los ging es zurück zum Wasserfall
Dort angekommen machten es sich die drei von der Tatzenbande und Yoake bequem. Oshaberi lief in den Wald und trommelte alle seine Verwandten und Freunde zusammen, die auch sogleich kamen. Oshaberi machte erst einmal alle miteinander bekannt
Da war Akai, der Fuchs, das Häschen Shinpai, ein Hirsch mit Namen Togatta Tsuno und das Stinktier Kusai.
Und dann stellte Oshaberi seine Verwandten vor
Zuerst seinen Lieblingsneffen und seine Lieblingsnichte: Tsuki & Hoshi
seine Tante Azakeri
Darashinai, seinen Bruder
Hayai der Onkel
Kayobi, seine Schwester
Kurumi, seine Cousine
Shikaru, der Grossvater Tayjo seine Freundin Tsyujosa der Freund seiner Schwester
und sein Freund Gashikoi
Und dann stellte er die Drei von der Tatzenbande und Yoake vor. "Also Leute, das sind nun die neuen Freunde, die einen sehr weiten Weg hinter sich haben und auch viele Abenteuer erlebt haben. Sie werden uns bestimmt einiges erzählen können. Ich wollte sie Euch noch vorstellen. Das ist Yoake, sie möchte zurück in ihr Land zu ihrer Herde und Familie. Und dann sind da noch Kuma, der Bär. Das ist Neko, die Katze und der graue Geselle, der kaum sein Maul aufmacht, das ist Okami
Und jetzt Neko denke ich doch, dass Du uns ein paar Rekishi erzählst." "Ja, ich werde Euch ein paar Geschichten berichten, da Du uns ja schon alle vorgestellt hast, werde ich auch gleich beginnen." Und mit diesen Worten fängt Neko an über die Abenteuer der Tatzenbande zu berichten. Sie berichten wie die Drei sich kennen gelernt haben. Wie sie dann zusammen loszogen und bei Fukuro sich erkundigten wie man zum Schloss des Tyrannen gelangen kann. Da unterbricht Itoko mit einem Schnalzlaut Neko in ihrer Erzählung: "Sagtest Du gerade, Itoko?" "Ja", antwortet da Neko, "aber warum fragst Du?" " Oh, meine Cousine heisst Itoko und wohnt in der Gegend der purpurnen Flüsse. Und weil es so schwer ist dahin zu gelangen, habe ich sie schon einige Zeit nicht mehr gesehen." "Wen es dieselbe Fukuro ist, die wir kennen", entgegnet Neko, "dann kannst Du sie jetzt wieder öfter besuchen.
Du musst zwar den Düsteren Wald umgehen, aber den bösen Kaibutsu gibt es nicht mehr." "Das ist ja wirklich schön zu hören", sagt da Itoko, "aber nun erzähle weiter." Und so berichtet Neko von der Befreiung aus der Burg des grossen Akuma und wie sie dadurch Yoake kennen gelernt haben. Sie erzählt von dem Katarite, der ihnen erschienen ist und ihnen eine wunderschöne Geschichte berichtet hat. Und da mischt sich Kuma ein: "Hier seht nur", und er zeigt allen das Medallion, dass er von Tekeshi Maranga erhalten hat. Alle staunen nicht schlecht und bitten doch noch weiter zu erzählen. Aber da fällt wieder mal unerwartet Okami ein: " Also hört mal, es ist schon ziemlich spät, wir sollten uns alle ein wenig hinlegen und morgen kann dann Neko wieder weiter erzählen. Und dann müssen wir auch mal langsam ans weitergehen denken, sonst kommen wir nie an." "Okami hat recht", sagt da auch Neko", legen wir uns alle für ein paar Stunden hin und morgen werde ich gerne den Rest erzählen."
Mit diesen Worten sucht sich auch Kuma ein Plätzchen, rollt sich zusammen und schläft fast im selben Moment ein. Okami sucht sich einen kleinen Felsen und schläft auch da schon bald auf seinen Vorderpfoten ein. Neko rollt sich ebenfalls zusammen und schläft auch bald ein. Die anderen Tiere suchen sich einen Platz in der Nähe und langsam wird es ruhig, weil fast alle eingeschlafen sind. Alle? Nein, Oshaberi springt von einem Hinterlauf auf den anderen und macht mit ihrem Gehopse Neko wieder wach, die daraufhin den kleinen Unruhestifter anfaucht: "Was ist denn nun schon wieder los? Jetzt gib endlich Ruhe, wir sind alle müde und die meisten schlafen auch schon.
"Aber ich bin doch so aufgeregt, hier bei uns im Wald passiert nicht viel. Am liebsten würde ich mit Euch gehen und auch so tolle Abenteuer erleben", jappst da Oshaberi. Neko schon leicht gereizt: "Darüber können wir auch morgen noch reden. Jetzt verzieh Dich endlich und lass uns anderen schlafen." Damit dreht sie Oshaberi den Rücken zu und schnurrt demonstrativ vor sich hin. Oshaberi nuschelt noch etwas und legt sich dann aber auch zum Schlafen hin.
Am anderen Morgen ist natürlich Oshaberi als erster wach. Und geht schon mit seinen Fragen jedem auf die Nerven. Bis es Okami zu bunt wird, Oshaberi im Genick schnappt und einmal kräftig durchschüttelt. Damit hat selbst Neko nicht gerechnet und sieht ganz verdutzt Okami an. Okami erklärt mit einer Unschuldsmiene: "Das hält man doch im Kopf nicht aus. Diese ständige Fragerei, wenn er wirklich mit uns kommen will, wird er sich aber umstellen müssen, oder er ist innerhalb kürzester Zeit von mir zu Hundefutter verarbeitet." Oshaberi ganz verzweifelt: "Aber ich wollte doch nur...., ich wollte doch nur wissen, wie es weitergeht." Neko erklärt: "Ist schon gut, aber Du musst Dich wirklich ein bisschen zusammen nehmen, sonst könnte sogar ich in Versuchung kommen aus Dir das zu machen, was Okami angedroht hat." "Genau", pflichtet auch Kuma bei", nimm Dich ein bisschen zusammen." "Okay", flüstert noch ganz verschreckt Oshaberi, "ich werde mich bemühen und mich etwas mehr zusammenreissen."
"Gut", fährt nun Neko fort, "wollen wir weitermachen und ich erzähle Euch den Rest der Geschichte."
Und so berichtet Neko vom Kampf mit den Kriegern, vom Weg zurück mit Yoake und von der Geschichte, die ihnen der Katarite geschildert hat. Da es bei den Erzählungen schon wieder einmal Mittag geworden ist brummt nun Kuma: "Wie wäre es mit einer Pause und etwa zu Essen. Ausserdem sollten wir langsam mal an den Aufbruch denken und versuchen das Land hinter den grossen Seen zu finden." "Du hast Recht", erwidert da Neko, "im Grunde genommen habe ich Euch jetzt alles erzählt, und wir müssen wirklich mal weiter. Sonst kommt Yoake nie mehr nach Hause. Und wir haben ihr doch versprochen sie bis nach Hause zu bringen." Da meldet sich auch mal Yoake zu Wort: "Ist schon in Ordnung, Neko. Es ist ja wirklich spannend Dir zu zuhören. Und ob ich nun ein paar Tage früher oder später zurück komme ist ja nun auch egal. Ich habe solange gewartet, da kommt es auf ein paar Stunden nicht mehr an." "Seht Ihr", mischte sich da wieder mal Oshaberi ein, "Yoake hat es auch nicht eilig. Also könnt Ihr ruhig noch etwas hier bleiben. Aber das mit dem Fressen ist keine schlechte Idee, Hunger und Durst habe ich auch bekommen." "Also werden wir jetzt etwas essen und trinken und dann endlich unseren Weg fortsetzten", knurrte da Okami. Oshaberi brachte sich lieber ein Stück in Sicherheit, so ganz geheuer war es ihm in der Nähe von Okami nicht. Er hatte seine Worte noch nicht vergessen.
Alle tranken und assen erst einmal und machen es sich dann auf dem weichen Gras in der Sonne gemütlich. Bis Neko dann endlich sprach: "So, dann wollen wir endlich einmal weiterziehen. Wir bedanken uns bei Euch für Eure Gastfreundschaft und vielleicht kommen wir, wenn wir Yoake bei ihrer Familie abgeliefert haben, auf dem Rückweg noch mal vorbei." "Aber, aber was ist denn mit mehr", fragt ganz aufgeregt Oshaberi. "Ich wollte Euch doch begleiten." Kuma sieht Oshaberi an und meint: "Aber Du hast hier doch Deine Familie, Freunde und Freundin. Was ist mit denen?" "Ich komme doch bald zurück", widerspricht da Oshaberi", und dann sehe ich sie ja alle wieder." "Aber", gibt Neko zu bedenken, "vielleicht kommen wir gar nicht mehr hier her zurück. Vielleicht gehen wir einen ganz anderen Weg und dann? Wir suchen die Abenteuer, weil wir keine Familie mehr haben und unsere Familie eigentlich wir drei sind. Aber Du hast hier Deine Verwandten, Bekannten und Freunde. Du solltest lieber hier bleiben." "Nein", spricht Oshaberi, "ich möchte auch einmal Abenteuer erleben, hier bei uns ist doch nichts los." "Also schön", gibt Neko nach, "ich würde sagen Du begleitest uns ein Stück und kehrst dann aber wieder um. Und das ist auch mein letztes Wort." "Na gut", gibt Oshaberi nach, "ich begleite Euch bis zum Land Kimyo, das ist nicht gefährlich und danach werde ich wieder umkehren. Über die grosse Felsenkette möchte ich sowieso nicht klettern, da sind mir Bäume und Büsche lieber. Und bis dorthin ist auch noch ein weiter Weg und man kann mit Euch bestimmt auch da genug erleben." Nachdem er das gesagt hatte verabschiedeten sich alle von einander und wünschten eine gute Reise.
Die Tatzenbande, Yoake und Oshaberi machten sich nun auf und durchschritten das schöne Wäldchen der freundlichen Tiere. Als sie nun Shinsetsu hinter sich hatten kamen sie zu der freien Ebene Ameniji.
Hier sah es wirklich sehr wüst aus und da es so heiss war, machte Neko den Vorschlag doch lieber in der Nacht oder wenigstens gegen Abend und am frühen Morgen, wenn die Sonne nicht so brennt zu reisen. Dieser Vorschlag wurde von allen dankbar angenommen und man suchte sich eine etwas schattige Stelle hinter Büschen und Kakteen um vor der heissen Sonne etwas geschützt zu sein