Am Lagerfeuer

Und nun saßen die Vier am Lagerfeuer und hörten eine zeitlang noch dem Lärm aus dem Schloss zu, aßen und tranken. Bis dann Neko fragte: "Also Yoake, erzähle uns Deine Geschichte, wir werden dann von unseren Erlebnissen berichten." Und so fing Yoake an über ihre Erlebnisse zu sprechen: "Ich komme aus dem Land jenseits der großen Seen
Unser Tal liegt umringt von einer hohen Bergkette. Es sieht bei uns ganz anderes aus als hier. Wir haben viel freies Land mit Wiesen und teilweise Sand und Steinen, keine Wälder und nur ein paar kleinen Seen. Das Land ist sehr weit und unsere Herde konnte immer weit durch die Wiesen und Felder galoppieren. Mein Vater, der Anführer der Herde, heißt Kuroi.. Er ist der größte und stärkste schwarze Hengst und führt deshalb unsere Herde an. Wir haben dort ein gutes Leben, wir sind frei und niemand jagt uns dort. Zu fressen und zu trinken hatten wir genug und es gab auch keine wilden Tiere, die uns jagten Deshalb gab es ein Gesetz für unsere Herde, dass niemand über die große Felsenkette hinaus durfte. Vater erzählte immer von den Schrecklichen Wesen, die auf zwei Beinen laufen jenseits der Bergkette, und die uns dann einfangen würden.
Ich war noch sehr jung als mich die Neugier packte und ich durch Zufall einen Durchgang über die Yamakusari fand.
So kam ich ins Land der großen Seen. Und dort sah ich zum ersten Mal die Zweibeiner. Sie waren teilweise zu Fuß, aber manche saßen auch auf meinen Artgenossen. Und bald merkte ich, dass die Menschen, denn das waren ja die Zweibeiner, jagt auf mich machten. Und so floh ich vor ihnen und kam immer weiter in das Gebiet des Tyrannen Serembi. Bis mich eines Tages seine Wächter einfingen und in dieses Schloss brachten.
Mein Vater wird, wenn ich zurück bin sicher sehr wütend auf mich sein, und ich weiß nicht einmal, ob ich zurück zur Herde darf, da ich das große Gesetz gebrochen habe. Meine Mutter, sie heißt Iro, ist bestimmt vor Sorge um mich schon umgekommen.
.Aber ich werde zurückfinden und wenigstens versuchen wieder in die Herde aufgenommen zu werden." Damit endete mit einem tiefen Schnauben der Bericht von Yoake.
Neko ergriff wieder das Wort und sprach: "Ich glaube nicht, dass Dein Vater Dich ausstoßen wird. Gut er wird sehr wütend und böse auf Dich sein, denn er hat ja auch einen guten Grund. Aber ich denke, er wird auch froh sein, dass Du noch am Leben bist." "Vielleicht hast Du Recht, Neko. Aber Angst habe ich trotzdem, und ob ich den Weg zurück finden werde, weiß ich auch noch nicht sicher. Ihr seid zu dritt und könnt Euch auf einander verlassen und Euch gegenseitig helfen. Ich aber bin allein." Mit einem Blick auf Kuma und Okami, die zustimmend nickten beruhigte Neko nun mit den Worten Yoake: "Ich denke, dass ich Namen auch meiner Freunde sprechen werde, dass Du jetzt nicht mehr allein bist. Wir haben hier das Abenteuer überstanden und werden Dich begleiten." "Wollt Ihr das wirklich tun?" Fragte Yoake ganz erstaunt. "Aber sicher, wir sind losgezogen um Abenteuer und neue Freunde zu finden und können bei Dir doch jetzt wunderbar damit anfangen. Wieder ein Abenteuer erleben und neue Freunde kennen lernen, oder meinst Du nicht?" Brummt nun Kuma. "Das wäre ja ganz wunderbar, wenn Ihr mich auf meiner Reise nach Hause begleiten würdet. Aber nun seid Ihr an der Reihe mit dem Erzählen Eurer Geschichte", forderte Yoake die Drei auf.
Diese sahen sich an und wie immer waren sie sich ohne Worte sofort einig: Neko erzählte ihre Geschichte, wie sie sich kennen gelernt hatten, wie sie durch den Düsteren Wald gekommen sind. Das sie die alte Eule Fukuro gefunden und nach Abenteuern gefragt hatten. Und wie sie dann das Schloss gefunden hatten und die Wachen überwältigt haben. Und Neko erzählte Yoake von ihrer Vision mit dem Schwert."Den Rest kennst Du ja, wie Okami das Schwert und Euch gefunden hat und dann durch das Mahoken die ganze Burg mit allen Menschen darin befreit hat."
"Ja, das Ende habe ich selber miterlebt", antwortete Yoake.
Und langsam dämmerte der Morgen.

Da meldete sich auch Okami wieder einmal zu Wort: "Seht nur, es wird schon langsam Morgen, das Feuer ist auch heruntergebrannt und der Lärm aus dem Schloss ist auch nicht mehr zu hören. Vielleicht sollten wir jetzt auch etwas ruhen. Und dann können wir neue Pläne schmieden, wie wir Yoake nach Hause bringen können." Mit diesen Worten legte Okami seinen Kopf auf die Vorderpfoten und war in der nächsten Sekunde eingeschlafen.

"Okami hat Recht, wir sollten wirklich ein kleines Nickerchen machen", brummte da auch Kuma, legte sich neben Okami und war auch sofort eingeschlafen. "Ist das immer mit den beiden so?" Fragte Yoake. Neko entgegnete: "Ja, eigentlich immer, Okami redet nicht viel, aber wenn, dann hat das eigentlich Hand und Fuß. Und Kuma redet aus Gewohnheit nicht viel, aber wenn man ihn braucht ist er immer für einen da. Und schlafen können die beiden wirklich von einer Minute zur anderen. Aber Okami und Kuma haben Recht, wir sollten uns jetzt auch hinlegen, der Tag war lang und die Nacht noch länger. Wir brauchen unseren Schlaf." "Ja, da hast Du einen wahres Wort gesprochen. Legen wir uns also hin und ruhen etwas aus. Und da ich jetzt weiß, dass Ihr mir helfen werdet, bin ich nicht mehr ganz so ängstlich. Aber etwas muss ich Dir noch sagen. Ihr seid schon ein recht eigentümlicher Haufen, aber als Freunde unbezahlbar." Damit legte sich auch Yoake nieder und schlief ein. Neko schnurrte noch vor sich hin: "Tja, ob nun eigentümlich oder nicht, aber Freunde kann man immer gebrauchen. Und auf Kuma und Okami kann man sich verlassen. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr wie es ohne die Beiden war. Und Yoake scheint auch guter Kerl zu sein. Das wird wieder eine sehr abenteuerliche und interessante Reise werden." Mit diesen Worten rollte sich auch Neko zusammen und schlief ein.
Als die Vier wieder erwachten war es schon wieder fast dunkel. Sie hatten einen ganzen Tag geschlafen. "Und was machen wir nun?" lautete die Frage von Kuma. "Erst einmal etwas Essen zur Stärkung und gegen den Durst etwas Wasser'", antwortete Okami wie immer sehr praktisch. "Genau", erwiderte Neko, "und dann sehen wir weiter." Also aßen und tranken die Vier und setzten sich um das erloschene Feuer herum. Da es schon wieder sehr dunkel wurde, zündeten sie das Lagerfeuer erneut an und hingen ihren eigenen Gedanken nach.

Da erschien plötzlich eine leuchtende Kugel über ihnen, die sich langsam herabsenkte. Und in der Kugel sah man einen alten Mann mit langem weißen Bart und langem Mantel

Der stieg, als die Kugel den Boden berührte, aus dem Lichtschein heraus und sprach zu den Vieren: "Mein Name ist Tekeshi Maranga. Ich bin ein Geschichtenerzähler und erscheine überall da, wo sich gute Freunde versammelt haben und ihre Geschichten erzählen. Mir haben Eure Märchen so gut gefallen, dass ich Euch erschienen bin und Euch sogar etwas geben werde." Kuma wurde wütend und brummte böse: "Das sind keine Märchen, das ist die Wahrheit. Wir haben das alles erlebt." Tekeshi Maranga lächelte weise und fuhr fort zu sprechen: "Ob nun Wahrheit oder Erzählung, ich werde Euch ebenfalls etwas berichten und Ihr könnt dann selbst entscheiden, ob die Erzählung war oder erfunden ist." Neko antwortete beruhigend: "Sei Kuma nicht böse, er ist leicht erregbar und schnell aufbrausend, aber ein herzensguter Freund." "Das weiß ich, sonst wäre ich Euch nicht erschienen. Und weil Kuma, der Stärkste und Kräftigste von Euch ist, werde ich ihm dieses Amulett anvertrauen." Mit diesen Worten ging Tekeshi Maranga auf Kuma zu und legte im eine Kette um den Hals. "Wenn Du mit Deiner Tatze das Amulett berührst, und meinen Namen dreimal hinter einander ausprichst werde ich Euch erscheinen und Euch ein neues Märchen, Geschichte oder Erzählung berichten."
Kuma noch immer etwas skeptisch: "Also schön, wollen sehen und hören, was Du uns zu berichten hast." Damit ließ sich Kuma wieder am Lagerfeuer nieder und auch Neko, Okami und Yoake machten es sich bequem. Und so fing Tekeshi Maranga an mit einer Handbewegung die leuchtende Kugel näher an das Feuer zu bringen und in dieser Kugel erschien dann den Vieren: ............