Das Schloss des Tyrannen vom Land der Purpurnen Flüsse
Teil 3
In der Zwischenzeit ist Okami schon viele Treppen nach unten gestiegen, hat mehrere Abzweigungen in den Kellern durchsucht, aber noch nichts gefunden.
Da plötzlich erschnuppert er einen modrigen Geruch, der aus einer Spalte in der Mauer kommt. "Hier scheint es noch einen geheimen Gang in das Verlies des Schlosses zu geben", spricht Okami laut vor sich hin. Er läuft an der Mauer entlang und drückt verschiedene Steine der Wand, ob diese sich bewegen lassen. Endlich hat er den richtigen Stein gefunden und eine schmale Wendeltreppe, die nach unten führt öffnet sich. Dieser folgt er nach unten und kommt in ein weiträumiges Gewölbe von dem wieder einige Gänge abzweigen. "Dieses Schloss ist das reinste Labyrinth", knurrt Okami vor sich hin. Aber er macht sich an die Arbeit und sucht weiter. Da hört er plötzlich Geräusche. Diesen folgt er und kommt zu einem langen Gang mit vielen vergitterten Türen. Hinter diesen sieht er viele verschiedene Arten von Tieren eingesperrt. Diese ziehen sich ängstlich bis an die Wand ihres Gefängnisses zurück."Ihr braucht keine Angst zu haben", spricht Okami zu ihnen, "ich will Euch helfen. Aber zuerst einmal werde ich Euch frei lassen. So öffnet er Tür um Tür und heraus kommen, alte Hunde und Junge, Katzen, Pferde Schweine, Kühe und anders mehr. Manche sehen abgemagert und krank aus. Bei manchen der Tiere sieht Okami, das sie ausgepeitscht wurden. An der letzten Tür, die er öffnet sieht er trotz des Halbdunkels hier unten, dass es ein wunderschönes Pferd sein muss.
Aber dieses ist immer noch verängstigt und drängt sich in die hinterste Ecke des Raumes. "Du brauchst keine Angst zu haben, ich will Dir nichts tun. Ich will zusammen mit meinen Freunden den bösen Kaibutsu besiegen. Ich suche das Zauberschwert, das Euch erlösen soll von diesem Tyrannen und dann seid Ihr wieder frei." Vorsichtig kommt Utsukushisa hervor und spricht: "Wir haben hier solange in Angst und Schrecken gelebt, dass wir uns nur sehr langsam an die Freiheit gewöhnen werden. Mein Name ist Yoake. Ich komme aus dem Land jenseits der grossen Seen. Ich bin noch nicht vor so langer Zeit nach hier verschleppt worden, deshalb geht es mir auch wesentlich besser als den anderen, die hier schon einige Wochen oder sogar schon Monate verbringen müssen." "Ja, das sehe ich, Du bist nur etwas abgemagert und Dein Fell ist stumpf. Mit ein bisschen frischen Gras und Kräutern wird das bald wieder in Ordnung sein. Weißt Du wie man die anderen nach draußen bringen kann, denn ich glaube nicht, dass man Euch die Wendeltreppe, die ich heruntergekommen bin hergeführt hat." "Richtig", spricht Yoake, "wir wurden durch einen langen Gang, der schräg nach unten führt hierher gebracht. Ich werde versuchen ihn zu finden und die anderen nach draußen führen. Ich wünsche Dir Glück beim Suchen des Schwertes." "Danke Dir, Yoake. Übrigens mein Name ist Okami, vielleicht sehen wir uns, wenn wir hier alles überstanden haben."
Mit diesen Worten schleicht Okami weiter auf der Suche nach dem Schwert. Er sucht wieder einige der Seitengänge ab und findet endlich ein kleines Zimmer, in dem außer einem Stuhl, Tisch und Bett nichts weiter steht. Okami will schon weiter gehen als er unter dem Bett etwas aufblitzen sieht. Er kriecht unter das Bett und zieht mit seiner Schnauze ein altes, kaputtes eingerissenes Etwas hervor. Aus diesem Kasten oder was immer es einmal war, blitzt es heraus. Er öffnet den Deckel und sieht darin das Zauberschwert liegen. "Und was mache ich nun?", so fragt sich Okami laut. Um das Zauberschwert aus diesem Kasten zu bekommen springt er mit seinen Pfoten mehrmals auf den Rand der Kiste, sodass diese in Stücke zerfällt. Bevor er es mit seinem Maul aufheben und nach oben zum Akuma bringen kann, gleitet seine Pfote von der Kiste ab und berührt das Zauberschwert am Griff. Okami ist es auf einmal ganz schwindelig und seine Sichtweise ändert sich schlagartig von tief auf dem Boden bis sehr hoch über dem Boden. "Was ist nur los mit mir? fragt sich Okami und da sieht er an sich herunter und stellt fest, dass er gar kein Wolf mehr ist sondern ein Mensch. Er hat sich durch die Berührung in einen grossen, starken Kämpfer verwandelt.
"Jetzt kann ich den Kaibutsu besiegen", spricht er zu sich und rennt los die Stufen, die nach oben führen immer mehre auf einmal nehmend. Als er im grossen Speisesaal ankommt, sieht er, dass die Schlacht im vollen Gange ist. Er stürzt sich gleich auf den nächsten Teki und holt zum Schlag gegen ihn aus. Als Okami den Feind berührt bricht dieser nicht getroffen zusammen, sondern verwandelt sich in einen Ritter. Und so fährt Okami weiter und bei jedem Teki den er erschlagen will und trifft, passiert dasselbe, er verwandelt sich in einen Ritter oder Burgfrau. Als er beim Tyrannen Serembi angekommen ist schlägt Okami auf ihn ein und dieser verwandelt sich nun in den König dieses düstern Reiches und plötzlich sind alle Wächter wieder in der normalen Gestalt ihrer früheren Tage zu sehen
Und nun gebietet der König dem Kampf Einhalt und er spricht mit einer tiefen angenehmen Stimme: "Hört alle her, hört mit dem Kämpfen auf, es ist vorbei. Der Fluch wurde von uns genommen und wir haben unsere alte Gestalt wieder. Lasst uns unseren Rettern danken." Mit den folgenden Worten wendet er sich nun an die Tatzenbande: "Ich glaube, ich muss jetzt ein bisschen ausholen um all das hier zu erklären. Es geschah vor vielen vielen Jahren, das der böse Hexer Aki zu mir kam und mich aufforderte das Königreich und seinen ganzen Bewohner ihm zu übergeben und selbst abzutreten. Ich weigerte mich und ließ ihn durch meine Ritter hinauswerfen. Damit er nicht mehr herein in mein Schloss konnte holte ich einen guten Zauberer und schilderte ihm die Lage.
Der gute Meister Benshin versprach mir ein Zauberspruch über mein Schloss zu sprechen, sodass Aki nicht mehr ins Schloss eindringen konnte. Um den Zauber stärker zu machen blieb Benshin einige Jahre und ich dachte, dass es Aki aufgegeben hätte mir zu drohen. Benshin musste fort und so blieb zwar der Zauber auf dem Schloss, dass nichts Böses eindringen könne, aber die Bewohner selbst böse zu machen, das schaffte Aki. Er belegte das gesamte Schloss mit seinen Bewohnern mit einem Fluch und alle darin wurden böse und grausam.
Und ich als Herrscher wurde der Übelste." "Aber", unterbricht ihn Neko, "was ist mit Deinen Bediensteten, diese sind doch nicht Böse geworden." "Das liegt daran", antwortet der König, "das ich Fremde Leute entführte, die für mich kochen und arbeiten sollten, da ja meine eigenen Leute, das nicht mehr konnten." Jetzt spricht auch Okami: "Aber wie kommt es, das es dieses Zauberschwert in Deinem Schloss gab?"Der König erzählt weiter: "Bevor Benshin von uns ging suchte er sich diesen Raum aus und versteckte ohne mein Wissen dieses Schwert darin, denn es ist mein Herrscherschwert. Er muss es mit ebenfalls einem Zauber belegt haben, wohl wissend, dass etwas schief gehen könnte, wenn er nicht mehr im Schloss weilt. Aber jetzt lasst uns feiern und fröhlich sein. Ihr seid herzlich eingeladen hier zu bleiben solange Ihr wollt." "Danke", spricht Okami weiter, aber ich habe die Tiere, die Du gefangen hattest frei gelassen. Und da war eine Schönheit von Pferd, dem ich versprochen hatte uns zu treffen, sobald das alles hier vorbei ist. Ihr könnt ja jetzt alle feiern und lustig sein, aber ich will zu Yoake und ihr erzählen was hier inzwischen alles passiert ist. Außerdem möchte ich ihre Geschichte hören. Und nun noch als Letztes, Dein Schwert."
Mit diesen Worten gibt Okami das Zauberschwert an den König zurück, und in diesem Moment verwandelt er sich auch wieder in einen Wolf. Neko spricht zu dem König: "Wir bedanken uns sehr für die Einladung, aber da Okami schon eine Entscheidung getroffen hat und wir immer alles zusammen tun werden auch ich und Kuma gehen. Wir sind froh Euch geholfen zu haben und wünschen Euch für die Zukunft alles Gute." Damit geht Neko hinter Okami her und Kuma brummelt nur noch vor sich hin und folgt ebenfalls den Zweien. Man hört noch den Lärm der Feier als die Drei schon aus dem Schloss in Richtung der Hängebrücke sind.

Mit diesen Worten gibt Okami das Zauberschwert an den König zurück, und in diesem Moment verwandelt er sich auch wieder in einen Wolf. Neko spricht zu dem König: "Wir bedanken uns sehr für die Einladung, aber da Okami schon eine Entscheidung getroffen hat und wir immer alles zusammen tun werden auch ich und Kuma gehen. Wir sind froh Euch geholfen zu haben und wünschen Euch für die Zukunft alles Gute." Damit geht Neko hinter Okami her und Kuma brummelt nur noch vor sich hin und folgt ebenfalls den Zweien. Man hört noch den Lärm der Feier als die Drei schon aus dem Schloss in Richtung der Hängebrücke sind.

Auch diese hat sich nun verändert, eigentlich hat sich das ganze Land verändert. Es ist nicht mehr so düster und dunkel. Als die Drei auf der anderen Seite der Hängebrücke angekommen sind, erwartet sie dort schon Yoake. Okami stellt seine Freunde mit den Worten vor: "Das sind Neko und Kuma, und das ist Yoake." Yoake erwidert: "Es scheint so, dass Ihr es geschafft habt. Das Land sieht wieder freundlich und friedlich aus, lasst uns zu dem kleinen Wäldchen dort gehen und dann können wir uns alles erzählen." Die Vier gingen also zu dem Platz an dem sich einen Tag zuvor schon Kuma, Neko und Okami versteckt hatten. Sie zündeten ein Lagerfeuer an und ließen dort nieder. Den Lärm vom Schloss konnten sie noch lange hören. "Dort wird gefeiert und getanzt, gelacht und gesungen. Sie scheinen wieder sehr glücklich zu sein", sprach Yoake zu den Dreien, "und das haben sie Euch zu verdanken." "Wir haben nur getan, was jeder anderer auch getan hätte, wenn die Gelegenheit dazu da gewesen wäre." Antwortete Neko und fuhr daraufhin fort, "aber nun zu Dir, vielleicht erzählst Du uns nun Deine Geschichte und wir werden Dir dann unsere Erlebnisse erzählen." Und so geschah es: Beim Lagerfeuer und Mondschein wurden die Monogataris ausgetauscht…..

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