Das Schloss des Tyrannen vom Land der Purpurnen Flüsse
Teil 2
Sie müssen aber noch bis zum nächsten Morgen gehen, um ganz in die Nähe dieses Miwa zu kommen. Hinter Gestrüpp und Bäumen, die an einem Flecken zusammen stehen, legen sie sich erst einmal zur Ruhe. Über die Hängebrücke können sie nicht, da diese sehr gut bewacht wird.

"Wir müssen uns einen guten Plan ausdenken, sonst kommen wir keine drei Schritte weit", überlegt laut Neko. "Was schlägst Du vor, Neko?" fragt Okami. "Zuerst einmal müssen wir die Nacht abwarten, dann werden wir nicht mehr so gut gesehen. Und wir sollten versuchen, ob wir noch einen anderen Übergang finden. Wir werden uns aufteilen, sobald die Dämmerung einsetzt und wir von drüben nicht mehr so gut gesehen werden können, aber noch genügend Licht haben um die Umgegend zu erkunden", antwortet Neko. Gesagt, getan, als es dunkler wird teilen die Drei sich auf und suchen das Gebiet in der Nähe der Hängebrücke und weiteren Umgebung ab.Aber die Drei finden keinen anderen Übergang oder eine Möglichkeit über den tiefen Abgrund zu gelangen. Als sie sich wieder treffen um alles zu besprechen, meint Neko: "Also wir kommen nur über diese Hängebrücke über diesen Abgrund. Und so müssen wir uns etwas einfallen lassen, um die Wache dort trüben abzulenken. Ich werde, da ich die Kleinste bin, und mich leise auf meinen Pfoten bewege, versuchen in der Morgendämmerung rüber zu schleichen.

Außerdem wird die Wache noch sehr müde und damit unaufmerksam sein, Ihr werdet hier zusätzlich noch einen Tatakai anfangen, sodass die Wache noch mehr abgelenkt wird."
Gesagt getan. In der Morgendämmerung stürzen sich Okami und Kuma aus ihrer Deckung hervor und beginnen mit einem Scheinkampf.

Kuma brummt wütend und wirft sich Okami über die Schulter, sodass dieser auf dem Rücken auf der Erde landet. Aber Okami steht schnell wieder auf und greift nun seinerseits an, indem er Kuma ein Bein stellt und dieser vorwärts darüber stolpert und auf der Nase landet. So geht es einige Zeit hin und her und durch den Kampflärm aufgeschreckt, kommt die Wache langsam über die Brücke auf den Ort des Geschehens zu. Neko denkt bei sich: "Na, das geht ja besser als ich gedacht habe, so haben wir ja leichtes Spiel." Sie schleicht, da die Wache nicht auf den Boden achtet, an dem Keibi vorbei und ist nun in seinem Rücken. Neko lässt ein lautes Fauchen hören um Kuma und Okami zu alarmieren und springt den Wächter von hinten an auf dessen Schulter. Okami und Kuma hören sofort mit ihrem Kampf auf und stürzen sich auch auf den Keibi. Kuma begräbt in mit seinem großen Körper unter sich, dass der Mann nicht einmal mehr um Hilfe rufen kann und somit auch das Schloss und die anderen Wächter nicht warnt. Sie bringen ihn zu den paar Bäumen und Büschen und fesseln und knebeln ihn. Außerdem decken sie ihn noch mit Reisig und Zweigen zu, damit nichts mehr von ihm zu sehen ist.
"Jetzt wird es aber Zeit", raunt Neko, "es wird langsam hell und wir müssen uns beeilen um möglichst nah an das Schloss zu gelangen, bevor die anderen Wachen ihn finden und Alarm schlagen. Am Besten wäre es wenn wir schon im Schloss sind, bevor überhaupt nur irgendwer Wind vom verschwundenen Wächter bekommt." So schleichen alle Drei so schnell und leise es nur geht dem Schloss näher. Und je näher sie kommen desto größer scheint das Shiro zu werden. "Wir müssen versuchen durch die Küche oder Wirtschaftsräume hinein zu gelangen, die sind wahrscheinlich am wenigsten bewacht. Und außerdem wird dort nur das Küchenpersonal sein, dass uns vielleicht sogar hilft, den bösen Kaibutsu zu vernichten."

Neko hat wieder gesprochen und so umkreisen sie das Schloss auf der Suche nach einem Eingang oder Ähnlichem. Als sie fast schon glauben es gäbe keine Tür oder Tor sehen sie einen kleinen Jungen, der sich durch das Gestrüpp zwängt, das rings um das Schloss wuchert. Sie gehen auf den Jungen zu und da ist es Okami, der sich mit den Worten an den Jungen wendet: "Du brauchst keine Angst vor uns zu haben, wir wollen Dir nichts tun. Meine Name ist Okami, der Große dort ist Kuma und die Dritte im Bunde ist Neko." Der Junge sieht die Drei mit großen Augen an und fragt: "Ihr könnt sprechen? Und Ihr wollt mich nicht auffressen?" "Aber nein", sagt da Neko, "wir wollen den bösen Akuma, der hier auf dem Schloss lebt töten, dann seid Ihr alle frei." Der Junge sieht die Tatzenbande immer noch ängstlich an und sagt: "Ihr wollt den großen Sermebi töten? Das hat noch keiner geschafft. Wir alle, die hier auf dem Schloss leben und für ihn arbeiten müssen haben aus Angst, dass er unsere Familien ermordet ihm bisher immer gehorcht und gemacht, was er gesagt hat." "Ist das der Name des Ungeheuers, Serembi," meldet sich nun auch Kuma zu Wort. "Wie ist eigentlich Dein Name?", fragt nun Okami. "Ich werde Sulu genannt. Und ja der Name des gefürchteten Tyrannen ist Serembi."

"Gut", mischt sich jetzt wieder Neko ein, "wir müssen ungesehen in das Schloss gelangen. Hilfst Du uns Sulu?" "Ich habe Angst, noch keiner hat es geschafft den Bösen zu besiegen, alle wurden von ihm und seinen Männern gefangen und eingesperrt oder gleich getötet." "Wir werden ihn besiegen, zusammen sind wir stark und unbesiegbar, und wenn Du uns hilfst kann gar nichts passieren", so spricht Neko nun mit Sulu.
"Also gut ich zeige Euch einen Weg wie Ihr ungesehen ins Schloss gelangt, aber dann müsst Ihr alleine klar kommen", antwortet Sulu. "Das ist schon in Ordnung", ergreift nun auch wieder Okami das Wort, "wir werden uns schon zu helfen wissen, sind wir erst einmal drinnen." "Dann kommt", spricht Sulu zu den Dreien, "hier geht es lang." Und so führt Sulu die Drei durch eine kleine Pforte ins Innere des Schlosses. Sie gelangen durch einen langen Gang in die große Schlossküche. Hier ist kein Mensch zu sehen. "Von jetzt an müsst Ihr alleine weiter. Geht dort die breite Steintreppe nach oben und Ihr gelangt wieder auf einen Gang. Von diesem Gang zweigen andere Gänge ab, die in die verschiedenen Gemächer und auch in den großen Speisesaal führen." Mit diesen Worten will Sulu sich abwenden und wieder verschwinden. Aber da fragt ihn Neko: "Was ist hier los, keine Menschenseele, wo sind denn alle?" "Das gesamte Personal ist jetzt im großen Saal und muss beim Bedienen des bösen Kaibutsu helfen. Er und seine Soldaten sind jetzt um diese Zeit beim Essen." "Ich danke Dir, Sulu Du hast uns sehr geholfen. Du kannst jetzt gehen." "Ja", sagt Sulu, "ich muss jetzt gehen. Das ist die einzige Zeit für mich, in der ich die Pilze für das nächste Festmahl sammeln kann. Ich wünsche Euch viel Glück und hoffentlich schafft Ihr es den Akuma zu töten." Damit geht Sulu zurück durch den Gang und ist verschwunden. Kuma, Okami und Neko wenden sich zur Steintreppe und wollten gerade hinauf steigen, als Neko wie vom Blitz getroffen stehen bleibt und mit den Augen rollt. Da sie sich nicht mehr bewegt und wie erstarrt ist, rufen Okami und Kuma wie aus einem Mund: "Neko, was ist mit Dir?" Aber keine Reaktion von Neko. Kuma und Okami sehen sich an. "Was machen wir jetzt? So fragt Kuma. "Ich habe keine Ahnung, was mit ihr passiert ist.

Doch schon im nächsten Moment schüttelt Neko ihren Kopf und stolpert noch ein paar Schritte vorwärts. Dann setzt sie sich auf ihre Hinterpfoten und sieht die beiden an. "Jetzt weiß ich, wie wir den Akuma besiegen können. Ich hatte gerade eine Vision.


Eine Fee oder gute Hexe zeigt mir einen Raum in diesem Schloss indem ein Schwert hängt, das den mächtigen Kaibutsu besiegen kann. Wir müssen es nur finden. Aber es muss tief unten im tiefsten Keller sein." "Und wie sollen wir dieses Schwert finden?" fragt Kuma. Neko antwortet: "Wir werden es so machen. Da ich das Schwert nicht tragen kann und Du Kuma die Wachen, da Du der Größte und Stärkste bist, bekämpfen musst und sie solange ablenken musst, bis Okami das Schwert gefunden hat. Ich werde Dir beim Kampf mit den Keibi und dem Kaibutsu helfen. Und wir müssen hoffen, dass Okami das besagte Schwert schnell findet." Nun meldet sich auch wieder mal Okami zu Wort: "Und was geschieht dann, Neko. Hast Du das in Deinem Traum auch gesehen oder von der Fee gesagt bekommen?" "Nein, leider weiß ich nicht wie es dann weitergeht, wenn Du das Schwert gefunden hast.Wir müssen abwarten und sehen was passiert. Wir müssen der Yosei vertrauen." "Dann wird uns nichts anderes übrig bleiben und zu hoffen, das wir es schaffen, wenn wir das Schwert haben", spricht Okami. "Dann los", meint Neko und läuft zur Treppe hinauf, "Du Okami wirst Dich gleich auf die Suche machen, während wir beide in den großen Speisesaal gehen und die Wächter ablenken."

Gesagt, getan. Kuma und Neko laufen in Richtung großer Saal, während Okami einen Weg nach unten sucht, der ihn in die Tiefen des Schloss bringen soll. Im großen Speisesaal angekommen, legt Kuma sofort los und schleudert mit seinen großen Tatzen die Soldaten des Kaibutsu durch die Gegend, sodass Tassen und Teller umher fliegen. Neko ruft den Bediensteten zu: "Helft uns wir wollen den Kaibutsu besiegen damit Ihr frei seid. Ich weiß von einem Schwert hier im Schloss, das den Akuma besiegen kann. Helft uns bis wir das Schwert gefunden haben." Ein Mann in weißer Schürze ruft zu den anderen Männern und Frauen, die um den großen Tisch, die Männer des Kaibutsu bedienen: "Die Katze hat recht, es gibt dieses Schwert, ich weiß es von meinem Vater, der hat mir davon erzählt. Helfen wir ihnen, viel schlimmer als jetzt kann es auch nicht mehr werden." Und so stürzen sich auch die anderen Bediensteten mit in den Kampf.