Das Schloss des Tyrannen vom Land der Purpurnen Flüsse
Teil 1
Die Drei von der Tatzenbande haben nun ein festes Ziel vor Augen. Sie wollen zum Schloss von Kaibutsu im Lande der Purpurnen Flüsse auch Usumurasaki genannt. Sie gehen weiter in Richtung des Berges Moani, dort soll das neue Land anfangen. Die drei Freunde gehen viele Tage und gelangen in den düsteren Wald. "Jetzt heisst es aufgepasst", spricht Neko, "wir müssen möglichst schnell durch diesen Wald hier kommen und sollten uns einen Plan zurechtlegen. Du Okami wirst Dich auf die Wurzeln konzentrieren, damit wir etwas zu fressen und trinken haben. Wir sollten uns nicht lange am selben Fleck aufhalten und sehen, dass wir schnell vorankommen."
Der Wald sieht sehr dicht aus, sodass wir wahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen werden da durch zu kommen. Vielleicht solltest Du Kuma voran gehen und uns einen Weg schlagen." "Das ist ein guter Vorschlag, Neko, ich werde einen Durchgang schlagen mit meinen grossen Pranken." Neko spricht weiter: "Und abends sollten wir abwechselnd Wache halten, dann können immer zwei von uns sich ein bisschen ausruhen. "Sehr fest schlafen dürfen wir allerdings nicht um nicht in Gefahr zu kommen, falls uns irgendwelche wilde Wesen angreifen."
Auch Okami meldet sich nun zu Wort: "Du hast wie immer gute Vorschläge zur Hand, halten wir uns also daran, und versuchen so schnell als möglich durch diesen schrecklichen Wald zu kommen." Da es nichts weiter zu sagen gibt, setzen die Drei ihren Weg nun fort. Kuma, den beiden anderen voran, bricht einen Weg in das wirklich dichte Unterholz. Schon nach dem ersten Schritt in diesen seltsamen Wald, wird es von einer Minute zur anderen stockfinster, sodass man fast die Pfoten vor Augen nicht mehr sehen kann.
Aber sie kommen eigentlich recht gut voran. Okami hält seinen Kopf tief auf die Erde um zu schnuppern und den besagten Geruch von Zimt, der den wichtigen Wurzeln anhaftet, wahr zu nehmen. Und so geht es weiter bis es wieder Abend wird und die Drei eine kleine Rast einlegen müssen. Neko führt wieder das Wort: "Also Okami, was ist mit diesen besonderen Wurzeln wir haben Hunger und der Durst wird auch immer schlimmer?" Okami knurrt: "Ich habe bisher noch nichts riechen können, wir müssen noch ein bisschen weitergehen, vielleicht kommt dann einer dieser Flaschenbäume unter denen es diese Wurzel gibt." Also gehen sie weiter und weiter, bis plötzlich Okami den Kopf hebt und umher wittert."Ich glaube, ich rieche einen ganz leichten Duft von Zimt. Es kann nicht mehr weit sein." Sie gehen noch ein paar Schritte und stehen dann vor einem dieser Flaschenbäume. Okami fängt sofort an zu graben. Neko sagt zu Kuma: "Schaff hier einen kleinen freien Platz auf dem wir uns ausruhen und essen und trinken können, wenn Okami die Wurzel gefunden hat." Kuma macht sich sogleich an die Arbeit und drückt kleinere Stämme um, räumt Gebüsch auf die Seite und tritt mit seinen grossen Tatzen umher. Es ergibt sich dadurch so etwas wie eine kleine Lichtung. Wobei man hier sagen muss, Licht ist nicht allzu viel vorhanden, es ist immer ein bisschen düster. Aber die Drei haben sich daran gewöhnt.
Okami hat nun auch eine Wurzel gefunden und so essen und trinken sie erst einmal ausgiebig. Nach ihrem Mahl sagt Neko: "So nun sollten sich zwei von uns hinlegen, und der Dritte wacht." Kuma antwortet gähnend: "Ich bin so müde, ich kann die Augen nicht mehr aufhalten, übernimm Du die erste Wache." Auch Okami gähnt und spricht: "Ja, Neko, übernimm Du die erste Wache. Ich bin, wenn der Mond aufgeht, sowieso gleich wieder munter."
Schon im Halbschlaf fragt Kuma: "Wie willst Du hier wissen, wann der Mond aufgeht?" Da unterbricht Neko die beiden: "Jetzt ist aber Schluss, legt Euch hin, ich übernehme die ersten vier Stunden, dann wecke ich Kuma und du Neko wirst zum Mondaufgang die dritte Wache übernehmen. Damit sinkt auch Okami auf seine Pfoten und ist von einer Minute zur anderen eingeschlafen. Kuma brummelt noch im Einschlafen vor sich hin: "Wie kann er nur in dieser Finsternis wissen, das der Mond aufgeht?"

Die Wache von Neko geht vorüber ohne dass irgendetwas Ungewöhnliches geschieht. Sie weckt Kuma, trinkt noch einmal etwas von der Wurzel, rollt sich zusammen und schläft mit den Worten ein: "In vier Stunden weckst Du Okami, dann kann er die Zeit zur Morgendämmerung übernehmen." "Ist schon gut, ich wecke ihn sobald es Zeit ist", spricht Kuma und nimmt sich noch ein Stück von der Wurzel und beginnt zu kauen. Auch bei ihm ist alles friedlich, fast zu friedlich. So weckt auch Kuma nach vier Stunden Okami auf, und legt sich selber noch einmal hin zum Schlafen. Okami wandert in dem kleinen Rund, dass Kuma geschaffen hat unruhig umher. Er weiß nicht was ihn so unruhig macht, aber sein Gefühl sagt ihm, dass etwas nicht stimmt. Er senkt seine Nase auf den Waldboden und schnuppert umher. Da taucht am Rande des kleinen freien Stückes ein etwas merkwürdig aussehender Kopf aus dem Boden. Okami tritt näher und beschnüffelt das merkwürdige Ding. Dieses schlängelt sich immer weiter aus dem Dreck, bis es schon zur Hälfte aus der Erde heraus gekommen ist. Doch Okami stellt keine langen Fragen, sondern schnappt mit seinem Maul nach dem etwas und beißt fest zu bis sich nichts mehr rührt. So vergeht die Nacht und der Mond kommt zum Vorschein. Und plötzlich ist Okami nicht mehr zu sehen. Die beiden anderen schlafen friedlich weiter, bis sie ein durchdringendes Geheul weckt. Okami steht etwas abseits zwischen den Bäumen auf einen kleinen Hügel und heult den Mond, den man hier in diesem düsteren Wald nicht sehen kann, an.

Kuma noch etwas verschlafen zu Neko: "Was soll denn das jetzt? Warum heult er den Mond an und schreckt, wenn es hier irgendwelche Lebewesen geben würde, alle auf?" Neko antwortet: "Das ist die Natur des Wolfes. Du hältst Deinen Winterschlaf, der Elefant bewirft sich mit Sand um seine Haut zu schützen, es gibt Hyänen, die hören sich an als würden sie ständig lachen. So hat jedes Tier seine Eigenheiten, man muss sich davor weder fürchten noch sie verachten.
Man muss die Eigenheiten eines jeden Lebewesen achten und tolerieren.Aber was ist das dort, das da am Rand unseres Platzes liegt?"
Jetzt sieht auch Kuma dieses merkwürdige Wesen. "Wir sollten Okami fragen, wenn er zurück ist."
Als dann Okami zum Schlafplatz zurück kommt, stellt Kuma ihm sofort die Frage: "Was ist denn das für ein merkwürdiges Wesen, das da hinten tot liegt?" Okami antwortet: "In der Nacht als Ihr schlieft kam es aus dem Boden gekrochen. Und da uns die Eule gewarnt hat, habe ich nicht lange Fragen gestellt, sondern ihm gleich den Kopf abgebissen." "Ich denke, das war das Beste, wer weiß, was es sonst mit uns getan hätte", wirft da Neko ein.
"Aber da wir schon mal alle wach sind, sollten wir jetzt weitergehen, um aus diesem Wald zu kommen." Und so marschierten die Drei weiter. Sie müssen noch den ganzen Tag über durch den Düsteren Wald laufen. Bis endlich es etwas heller wird und man merkt, dass der Boden leicht ansteigt, so als würde man einen Berg hinauf steigen. Dann endlich am Mittag, die Sonne wird zum ersten Mal seid langem wieder sichtbar, sieht man in der Ferne einen Felsen, der sehr steil nach oben führt. "Na endlich", meint Neko, "endlich ein Lichtblick, wir scheinen es fast geschafft zu haben. Zu mindestens bis zum besagten Felsen, über den diese Hängebrücke führen soll.