Wie die Drei zu ihrem Namen kamen
Da standen die Drei nun und überlegten was sie nun als nächstes beginnen sollten. Neko hatte natürlich wieder eine gute Idee: "Vielleicht sollten wir aus diesem Wald fortgehen und versuchen neue Landschaften, Gegenden und Freunde zu finden."
Kuma brummte: "Das ist eine gute Idee, packen wir die Sache an und legen los." Okami, der nie viele Worte machte und lieber zur Tat schritt, neigte nur seinen Kopf zum Zeichen des Einverständnisses und schlich los. Die beiden anderen folgten ihm. Sie liefen zuerst einmal in Richtung der aufgehenden Sonne, da sie ja nicht wussten, welchen Weg sie einschlagen sollten, und es deshalb eigentlich egal war welcher Himmelsrichtung sie folgten. Nach einem sehr langen Marsch, schlug Okami, der sehr praktisch veranlagt war, vor, sich erst einmal zu stärken und etwas zu trinken. In der Nähe eines schönen klaren See am Fuße eines Berges, schlugen sie ihr Lager auf

Jeder suchte nach Früchten und Beeren um den Hunger zu stillen, Wasser hatten sie ja zur Genüge. Sie aßen und ruhten sich aus, denn am anderen Tag wollten sie ihre Wanderung fortsetzen.
Am darauf folgenden Morgen setzen die Drei ihre Reise fort. Ihr Weg führte sie nun in Richtung des Berges, als Okami plötzlich bemerkte: "Dort vorne unter dem Farn muss sich etwas versteckt haben, das Gebüsch hat sich bewegt." Neko schleicht nun näher von hinten heran und scheucht einen verschreckten Hasen auf.
Dieser zittert am ganzen Körper und spricht: "Ich bin Usagi, der Hase und hatte mich versteckt, weil ich glaubte, dass Ihr mich fressen wollt!" "Aber nein", spricht da Neko, " wir wollen Dir nichts Böses tun. Mein Name ist Neko, und die anderen beiden sind Okami und Kuma. Wir sind unterwegs um Abenteuer, neue Landschaften und Freunde zu finden." "Da bin ich aber froh, ich hatte wirklich entsetzliche Angst." Da wendet sich Okami an den noch immer zitternden Hasen: "Kannst Du uns vielleicht helfen. Wir wollen aus diesem Wald heraus, und sind nun auf dem Weg in Richtung des Berges dort hinten. Weißt Du ob wir dort Abenteuer und neue Landschaften finden?" Usagi antwortete: "Ob Ihr dort Abenteuer findet weiß ich nicht, aber dort hinten ist das Ende dieses Landes. Hinter dem Berg beginnt das Land der purpurnen Flüsse, es heißt Usumurasaki. Es gibt viele Gerüchte darüber, weil noch keiner der dorthin aufgebrochen ist, zurückgekehrt ist. Es soll dort einen bösen Herrscher geben, der auf alle Tiere jagt machen würde oder sie zum Spaß gefangen hält." Okami fragt neugierig: "Purpurne Flüsse, kann man das Wasser dieser Flüsse trinken, gibt es dort etwas zu fressen?" "Langsam," spricht Neko, "lass ihn doch erst einmal zu Atem kommen, und dann kann er uns alles erzählen." Neko spricht zu Usagi: "Und nun erzähle uns alles, was Du weißt." Usagi holt tief Atem und beginnt mit seiner Geschichte: "Also, ich lebe hier schon mein ganzes Leben lang, hier am Rande des großen Waldes. Es ist nicht mehr weit und Ihr kommt an eine große Wiese mit einem kleinen Bach, dort lebe ich meistens. Dann kommt der Berg Moani und danach beginnt das neue Land mit dem Namen Usumurasaki. Soweit ich weiß, ist noch niemand von dort zurückgekehrt. Dieses Land wird beherrscht von einem bösen Akuma. Er jagt alle Arten von Tieren, erschießt sie oder fängt sie ein bis es ihn langweilt und dann tötet er auch diese. Die purpurnen Flüsse sind ungenießbar, wenn man von ihnen trinkt erstarrt man zu Stein. Das ist alles was ich weiß, wenn Ihr noch mehr hören wollt, solltet Ihr die alte, weise Eule, genannt Fukuro fragen. Sie lebt in einem alten Baumstumpf, in den einmal der Blitz eingeschlagen hat." "Wir danken Dir Usagi, wir werden zur Eule Fukuro gehen und sie fragen", wendet sich Neko an den Hasen. Darauf hin hoppelt Usagi wieder in das Unterholz.
Die Drei marschieren nun weiter und suchen die Eule. Es wird langsam heller und lichter und nach einer Weile treten die Drei aus dem Wald und sehen den kleinen Bach. Nicht weit davon entfernt steht der besagte Baum. Auf diesem schläft in der hellen Nachmittagssonne Fukuro.

Doch Kuma tappt so laut durch das Gebüsch, das davon die Eule erwacht und mit Ihren Augen rollt. "He Ihr da unten, müsst Ihr einen solchen Krach machen, und den ganzen Wald aufwecken?"
"Entschuldige", spricht Neko zu Fukuro, "wir wurden von Usagi, dem Hasen, zu Dir geschickt. Er sagte Du könntest uns noch genauere Auskunft über das Land geben, das da hinter dem Berg liegt." Die Eule antwortet: "Natürlich kann ich das, ich bin schon sehr alt und habe schon viel gehört und gesehen." "Dann bitte ich Dich", sagt Okami, "uns zu erzählen, was Du über dieses Land weißt." "Sehr gerne, werde ich Euch erzählen, was ich weiß, aber lasst mich erst einmal etwas trinken, ich war heute Nacht sehr lange unterwegs." Die Eule fliegt davon zum Bach und trinkt erst mal ausgiebig. Dann kommt sie zurück und stellt die Frage: "Wer seid Ihr eigentlich? Ihr seid ja ein merkwürdiger Haufen." Da meldet sich Kuma zum ersten Mal zu Wort: "Mein Name ist Kuma, Neko kennst Du schon und der, der sein Maul nicht aufkriegt ist Okami. Wir sind alleine jeder für sich schon sehr tapfer und stark, aber zusammen sind wir unbesiegbar. Und jetzt erzähle endlich. Wir wollen irgendwann auch noch mal weiterkommen." "Ja ist ja schon gut, das ist das Recht der Jugend, immer ungeduldig und viel zu ungestüm. Aber so will ich beginnen. Hinter dem Berg Moani beginnt das Land Usumurasaki.

Es ist ein düsteres Land, dort gibt es kaum Tiere oder andere Lebewesen. Sie fliehen alle hierher zu uns in den Wald der gleißenden Lichtung. Oder sie gehen noch weiter, weil sie Angst vor dem Herrscher haben, der dort lebt. Er heißt Kaibutsu. Dieser ist sehr grausam und böse. Er fängt alle Lebewesen ein oder tötet sie gleich. Niemand weiß, warum er so böse ist, aber er soll unheimlich gemein sein. Die purpurnen Flüsse sind giftig und jeder, der davon trinkt bleibt erstarrt als Stein stehen. Aber es gibt gute Wurzeln, die man essen kann, sie enthalten auch genügend Wasser, so dass man nicht dürsten muss.
Aber diese Wurzeln sind schwer zu finden. Sie liegen meist vergraben in der Nähe eines Baumes, dessen Stamm aussieht wie eine Flasche. Die Wurzel hat einen rötlichen Schimmer und riecht leicht nach Zimt. Für Dich Okami, der Du eine ausgezeichnete Nase hast, wird es einfach sein sie zu finden. Versucht möglichst schnell durch diesen Wald zu kommen. Am Besten ist es sogar nicht dort zu übernachten, es soll in der Nacht dort seltsame Wesen geben und noch keiner konnte berichten, was in der Nacht dort geschieht.

Seid Ihr aus dem Düsteren Wald heraus steigt das Land bergan und es endet auf einem Felsen über dessen Abgrund es eine Hängebrücke geben soll, die zum Land der Wüste führt. Gelangt Ihr auch dort unversehrt hinüber ist es nicht mehr weit zum Schloss von Kaibutsu. Es steht mitten auf freiem Feld, sodass man von dort einen weiten Blick hat und jeden sehen kann, der sich dem Schloss nähert. Also müsst Ihr am Besten in der Nacht in das Schloss eindringen. Aber seid vorsichtig der Yasha hat viele Krieger, die ihn beschützen. Ihr müsst Euch einen Plan ausdenken, wie Ihr sie alle überlisten könnt." "Du hast uns sehr geholfen, wir danken Dir und werden Deinen Rat befolgen", spricht Neko zu der Eule. "Ich habe auch noch eine Frage an Euch, Neko. Wie nennt Ihr Euch eigentlich?" "Darüber haben wir noch nicht nachgedacht", mischt sich nun auch Okami in das Gespräch", "aber da Du so klug und weise bist alte Fukuro, sag Du uns wie wir uns nennen sollen?" Die Eule gibt ein glucksendes Geräusch von sich, dass sich anhört, als würde sie leise lachen und antwortet: "Aber das ist doch ganz einfach, Ihr seid die Tatzenbande, denn jeder von Euch schleicht, tappt oder springt auf vier Tatzen durchs Leben. Und nun lasst mich in Ruhe, ich möchte weiterschlafen", spricht Fukuro und ist im nächsten Moment wieder eingeschlafen. Die Drei machen sich auf leisen Tatzen ein Stück weiter und sogar Kuma schafft es, einmal nicht so laut aufzutreten, wie er das sonst immer tut.

Als sie dann ein Stück von dem Baum entfernt sind und nicht mehr gehört werden können, sehen sich die Drei an und fangen an zu lachen. "Tja", spricht Okami, "eine alte und weise Eule, und sie hat Recht." "Genau", meldet sich auch Kuma zu Wort, "wir sollten uns wirklich so nennen. Es hat irgendwas Besonderes: Tatzenbande!" "Ja, das finde ich auch", sagt jetzt auch Neko, "also auf Ihr Bande, Ihr Tatzenbande suchen wir das Schloss von Kaibutsu im Lande der purpurnen Flüsse."
Und so machen sich nun die Drei auf ins nächste Abenteuer