Märchen, Geschichten, Erzählungen
Die magischen Rosen
Es war einmal in einem fernen Königreich, genannt Marandi, da lebte eine Königin mit Namen Fridena. Die hatte zwei Töchter, zwei wunderschöne Töchter, die eine war gut und hiess Sikiri. Die andere war böse und gemein und hiess Lasina. In diesem Königreich lebte auch ein guter Zauberer mit Namen Brogan. Der Zauberer Brogan lebte im Schloss bei der Königin Fridena im Keller und hatte dort seine Mixturen, Kräuter und Zaubertränke aufbewahrt. Er kannte sich auch in der Naturheilkunde, Pflanzenkunde und Alchemie aus.
Hier in den Gewölben des Schlosses experimentierte er und lebte für seinen grossen Traum, einmal das sagenumwobene Kraut der Jugend und Schönheit zu finden. Deshalb zog er öfters fort, um in fernen Ländern danach zu suchen. Es war zu dieser Zeit, als er wieder einmal nicht im Schloss verweilte, und der König eines anderen Königreiches über das Land Marandi einfiel. Beim Kampf
kam dann der König ums Leben. Seit dieser Zeit lebte die Königin Fridena mit den beiden Töchtern allein. Diese wurden grösser und schöner. Zur selben Zeit gab es in einem anderen Königreich Lorandosan einen König mit Namen Torintor. Seine Frau gebar einen Sohn mit Namen Godan und starb im Kindbett. Dieser Sohn wurde nun von König Torintor allein grossgezogen
Er kümmerte sich aber nicht viel um ihn, da er überall in den Ländern umherzog, um noch mehr Länder zu unterwerfen. Ausser mit dem Königreich Marandi lebte er in Frieden. Die beiden Könige waren nämlich gute Freunde gewesen. Und am Anfang als der König von Marandi noch lebte, besuchten sie sich gegenseitig. Bei einer dieser Gelegenheiten lernten sich auch die Kinder kennen. Godan verliebte sich in die gute Prinzessin Sikiri. Die wollte aber nichts von ihm wissen. Aber die böse Prinzessin Lasina verliebte sich auch. Und zwar in Godan, nur dass dieser nichts von ihr wissen wollte. Deshalb war Lasina nun auch eifersüchtig auf
Sikiri und suchte nach einer Möglichkeit sich an Sikiri zu rächen. Lasina hatte eine Kammerzofe namens Patronella. Diese spionierte gerne überall herum und erzählte es dann ihrer Herrin.
Eines Tages, als die beiden Prinzessinnen so alt waren zu heiraten, traf auf dem Schloss ein Prinz Toris ein, der in den entferntesten Ländern nach einer Frau gesucht hatte. Er hatte seinem Vater, der im Sterben lag, versprochen sich eine Frau zu suchen, damit ihr Königreich Frint nicht aussterben würde. Der Prinz Toris lernte nun bei einem Fest, das zu Ehren der Prinzessinnen gegeben wurde, diese kennen. Er verliebte sich sofort in Sikiri.
Auch Sikiri gestand dem Prinzen ihre Liebe. Die Kammerzofe Patronella erzählte ihrer Herrin davon. Lasina sah ihre Stunde der Rache gekommen. Sie sprach zu sich: "Wenn ich nicht den Prinzen Godan bekommen kann, sollst Du auch nicht Deinen Prinzen Toris bekommen. Im Königreich Marandi lebte auch eine böse Hexe mit Namen Metava. Diese konnte das Gleichgewicht von Gut und Böse nur dann verändern, wenn der gute Zauberer Brogan nicht in der Nähe war. Denn dann waren ihre Zauberkräfte nicht gross genug. Sie hasste den Zauberer schon von je her, da beide bei demselben Meister ihre Zauberkünste gelernt hatten. Aber die Macht, die sie bekam, genügte ihr einfach nicht. Deshalb verbündete sie sich mit der schwarzen Magie, um noch stärker zu werden.
Der Meister, der dies vorausgesehen hatte, schuf in weiser Vorahnung eine gute Fee. Diese lebte in einer weissen Rose am Teich im grossen Garten des Schlosses der Königin Fridena. Die gute Fee hiess Daseire, konnte aber nur alle 20 Jahre mit einem Zauberspruch, den nur der gute Brogan wusste, aus ihrem Schlaf geweckt werden. Das wusste auch die böse Hexe Metava. Und so kam es vor, dass sobald der Zauberer mal wieder ausser Landes war, Metava versuchte das Gute zum Bösen zu machen. Zu einer Zeit also, als der Zauberer wieder unterwegs war, um das Zauberkraut zu finden, kam nun der Prinz Toris und verliebte sich in die Prinzessin Sikiri.
Lasina ging nun zur bösen Hexe und bat sie: "Hilf mir, dass der Prinz Toris nicht meine Schwester zur Frau bekommt!" Das gefiel Metava natürlich sehr, und sie sprach einen Fluch über die Prinzessin Sikiri. Diese hörte nun eine Stimme, die ihr befahl, aus dem Schloss zu gehen, in den nahen düstern Wald. Dort folgte sie der Stimme durch den Wald bis hin zur Höhle der bösen Hexe, die sie dort gefangen hielt.

Als nun der Zauberer zurückkam, sprach die Königin mit dem Zauberer: "Höre Brogan, in Deiner Abwesenheit hat Metava meine Tochter Sikiri entführt und irgendwo versteckt. Der Prinz Toris, der schon um ihre Hand bei mir angehalten hat, wollte los reiten, um sie zu suchen. Ich habe gebeten auf .Dich zu warten.

Gehe bitte mit ihm und hilf ihm. Da sprach Brogan: "Das ist gut, dass Du ihn festgehalten hast. Ich weiß nämlich, wo Lasina die Prinzessin Sikiri festhält. Wir müssen durch den Zauberwald .Lastamoreb. Der wird beherrscht von Gnomen, Zwergen und Kobolden. Ausserdem gibt es dort den Drachen Labehot. Dieser bewacht bestimmt die Höhle der bösen Metava. Und dort wird auch Prinzessin Sikiri gefangen gehalten." Daraufhin spricht die Königin: "So bitte ich Euch, dem Prinzen zu helfen und meine Tochter zu befreien." "Ich werde Dir Deine Tochter zurückbringen. Aber zum Schutz Deines Königreiches werde ich die gute Fee Daseire erwecken, damit sie auf das Königreich aufpassen kann."

So ging der Zauberer hinaus zum Teich des Königreiches Marandi und zu der weissen Rose in der die gute Fee Daseire lebte. Dort angekommen nahm er seinen Zauberstab Sato, berührte damit die Rose und sprach die Worte: "Erwache, erwache Du, oh Daseire, denn vorbei sind die 20 Jahre Schlaf. Hilf oh hilf dem Königreich und beschütze Mensch und Tier." Daraufhin erwacht Daseire und fragt den Zauberer: "Warum erweckst Du mich?" Brogan antwortet. "Ich muss fort und die Prinzessin Sikiri befreien. Die böse Hexe Metava hat sie entführt und hält sie in ihrer Zauberhöhle fest."
Daseire erwidert: "Ich werde Dir helfen und solange Du weg bist, das Königreich beschützen." Der Zauberer verabschiedet sich mit den Worten: "Ich danke Dir von Herzen und hoffe, dass ich bald wieder zurück bin." Der Zauberer und der Prinz machen sich nun auf den Weg in den Wald der bösen Hexe.
Sie mussten schon bald gegen böse Zwerge und Kobolde kämpfen und wurden von diesen immer tiefer in den Wald gelockt. Sie kamen an einen See, der gross, sehr gross war Um auf die andere Seite des Sees zu kommen, hätten sie ihn durchschwimmen müssen. Da sagte Brogan aber: "Wir müssen vorsichtig sein, dieser See sieht zu friedlich aus, dass wir ihm garantiert nicht trauen dürfen. Wir wollen lieber um den See herum reiten." Der Prinz hatte aber so grossen Durst, dass er zum Ufer ging, um etwas zu trinken. Da wurden die Gewächse, die um den See standen, plötzlich lebendig und versuchten den Prinzen zu umschlingen und in den See zu ziehen. Da hob der Zauberer seinen Zauberstab Sato und berührte die Pflanzen damit. Sofort zerfielen sie zu Staub und der Prinz war frei. "Ich glaube Du hast Recht mit diesem See. Du hast mir mein Leben gerettet. Also lass uns um ihn herum gehen", bedankte sich der Prinz beim Zauberer Brogan. Nach zwei Tagen wurde der Wald noch düsterer und dunkler. Bis plötzlich sie in der Ferne ein helles Licht sahen. Der Zauberer meinte: "Lass uns zu diesem Licht reiten." "Ja", antwortete der Prinz, "lass uns sehen, was das ist."
Als sie näher kamen, sahen sie eine grosse Kugel, die ganz gefüllt war mit Licht. In dieser Kugel sass eine Nymphe und schaute sie an. "Was sucht Ihr hier in diesem düsteren Wald?" sprach auf einmal das leuchtende Wesen zum Prinzen.
"Mein Name ist Resöb Mong und wer seid Ihr?" Der Zauberer sah sich das Geschöpf näher an und antwortete: "Ich bin der Zauberer Brogan vom Königreich Marandi, und das ist der Prinz Toris aus dem fernen Land Frint. Wir suchen die Prinzessin Sikiri. Sie wurde von der bösen Hexen Metava entführt und hier in diesen Zauberwald in ihre Höhle gebracht. Wir wollen sie nun befreien und sind schon einige Tage durch den Wald geirrt. Kannst Du uns den Weg zur Zauberhöhle der Hexe zeigen?" "Oh, es gibt in diesem Wald nur eine Höhle, aber da gibt es auch einen Drachen. Und an diesem werdet Ihr nicht vorbei kommen. Aber ich kann Euch gerne dort hin bringen", sprach des seltsame Wesen und flog den beiden voran. Der Zauberer sprach zum Prinzen: "Wir wollen auf der Hut sein, ich traue diesem Resöb Mong nicht. Wie kommt ein solch leuchtendes Wesen in diesen düsteren Wald? Es ist bestimmt geschickt worden von der Hexe, um uns in die Irre zu führen." "Ihr habt Recht Brogan, wir sollten wirklich aufpassen und wachsam sein", fügte der Prinz hinzu. Aber sie folgten dem fremden Wesen trotzdem. Nachdem sie einen halben Tag geritten waren, tauchte plötzlich eine Riesenschlange auf.
Die Riesenschlange Boa versuchte gleich sich um den Prinzen zu schlingen, um ihn zu ersticken. Aber Toris hatte aufgepasst und schlug mit seinem Schwert auf Boa ein, dass diese schnell die Flucht ergriff. Und so ging es weiter. Sie mussten noch gegen kleine Flughunde mit riesigen Reisszähne kämpfen. Gegen Ratten, die so gross wie Pferde waren. Gegen andere Schlangen und auch gegen Schlingpflanzen, die plötzlich ein Eigenleben entwickelten und versuchten den Prinzen unter die Erde zu ziehen. Der Zauberer berührte die Pflanzen mit Sato, und schon war der Prinz wieder frei. Da rief der Zauberer Brogan: "Jetzt ist es genug, Resöb Mong zeig Deine wahre Gestalt!"
Da lachte der Gnom denn das leuchtende Wesen war in Wahrheit verwandelt worden von der bösen Hexe Metava. "Ich bin ein treuer Diener von Metava und sollte Euch noch tiefer in den Zauberwald locken. Aber Ihr, Brogan, habt die stärkerer Macht, und so werde ich jetzt verschwinden." Aber da kam er bei dem Zauberer genau an den Richtigen. Dieser hatte während der Gnom sprach schon heimlich seinen Zauberstab hervorgeholt und eine Formel gesprochen. Als nun Resöb Mong schnell verschwinden wollte, wurde Sato länger und länger und erreichte den Gnom, der schon auf der Flucht war. Er wurde von Sato berührt und verwandelte sich in Stein. So mussten nun der Zauberer und der Prinz wieder weiterversuchen nach der Zauberhöhle
Sie ritten weiter und weiter und nach 5 Tagen wurde es etwas heller, und sie kamen an eine Lichtung. Hier wollten sei wieder einmal ausruhen und auch die Pferde verschnaufen lassen, da hörten sie ein entferntes Brüllen. "Was mag das sein?", fragte der Prinz. "Ich glaube wir sind an der Höhle angekommen. Das Brüllen ist der Drache, denke ich", antwortete der Zauberer. Wir werden bis Morgen ausruhen und dann zur Zauberhöhle gehen." Der Prinz aber war ganz aufgeregt. "Aber wir sind nun schon so lange unterwegs und jetzt wo wir so nahe sind, willst Du ausruhen Brogan? Die Prinzessin Sikiri wird vor Angst schon fast gestorben sein." "Ich weiß", erwiderte der Zauberer, "Du willst der Prinzessin zu Hilfe kommen. Aber eine solche schwierige Aufgabe sollte man nicht überstürzen. Wir werden hier ruhen und morgen aufbrechen. Ausserdem kann ich dann während wir hier ruhen, einen Zauberbogen anfertigen, damit wir eine wirksame Waffe gegen den Drachen haben. Leg Dich also hin und ruh´ Dich aus, während ich den Zauberbogen fertige." Der Prinz tat wie ihm geheißen, konnte aber nicht schlafen. Als nach Stunden der Zauberer sich auch hingelegt hatte und schlief, stand der Prinz auf, und ritt leise dem Gebrüll zu. Er wusste zwar nicht wie er den Drachen töten sollte, aber die Sorge um die geliebte Prinzessin trieb ihn weiter. Der Zauberer Brogan unterdessen schlief auch nur sehr unruhig, und er erwachte schon nach ein paar Stunden. Als er feststellte, dass der Prinz nicht mehr da war, machte er sich sofort auf den Weg, dem Prinzen zu helfen. Brogan ahnte schon Schlimmes, und als er im Morgengrauen zur Höhle kam, sah er wie der Prinz Toris mit seinem Schwert versuchte den Drachen sich vom Leib zu halten.
Der Zauberer spannte schnell den Zauberbogen, und schoss den Pfeil dem Drachen genau mitten ins Herz. "Das war Rettung in letzter Minute", sagte erschöpft der Prinz zum Zauberer. "Wie wolltest Du eigentlich den Drachen töten?", fragte Brogan böse den Prinzen. "Ich sagte Dir doch gestern Abend, dass ich einen Zauberbogen anfertigen will, mit dem wir den Drachen töten können." "Verzeih mir Brogan, aber ich hatte solche Angst um die Prinzessin, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe. Es tut mir Leid." "Es ist schon gut", antwortete versöhnlich der Zauberer, "aber nun lass mich vorangehen, wer weiß was uns in der Höhle noch alles erwartet." Und so geschah es. Doch bevor der Zauberer seinen Fuß auf eine Stelle in der Höhle setzte, berührte er diese Stelle erst mit seinem Zauberstab. So kamen sie glücklich durch die Zauberhöhle bis zu einem Verließ. In einer Ecke lag die Prinzessin auf einem Lager aus Stroh. Sie war abgemagert und ängstlich. Als die jedoch den Zauberer und den Prinzen sah, ging es ihr schon gleich besser. Der Zauberer gab der Prinzessin ein Stärkungstrunk, damit sie den Weg nach Hause auch überstehen würde. Dann machen sich die Drei auf den Weg zum Schloss.
Im Königreich Marandi hatte sich viel verändert. Es hatten zwar verschiedene Königreiche versucht in Marandi einzufallen, aber die gute Fee Daseire hatte dies immer durch einen Zauber verhindern können.
Durch einen Zufall hatte die Königen Fridena erfahren, was ihre ältere Tochter Lasina getan hatte
Die Kammerzofe Patronella hatte nämlich wieder einmal zuviel geplaudert. "Jetzt heiratet der Prinz Godan doch vielleicht meine Herrin Lasina, da ja Prinzessin Sikiri wahrscheinlich nicht mehr zurückkommt." "Wie kannst Du nur so reden?", hatte die Königin gefragt. "Ja, weil doch Prinzessin Sikiri in der Zauberhöhle der bösen Hexe Metava gefangen ist", antwortete Patronella. Die Königin horchte auf und fragte rasch. "Woher weißt Du, dass Sikiri bei der bösen Hexe ist?" Da merkte Patronella, dass sie einen Fehler gemacht hatte und wollte sich herausreden: "Aber wo sollte sie denn sonst sein?" Aber die Königin fuhr sie an: "Jetzt rede, gesteh´ endlich die Wahrheit!"
Da blieb Patronella nichts anderes übrig als alles zu erzählen. Die Königin brachte zuerst kein Wort heraus, sprach aber dann zu Patronella: "Höre mir gut zu, wenn Du nur ein Wort von unserem Gespräch zu Lasina sagst, werde ich Dich in den tiefsten Turm in unserem Königreich sperren lassen." Damit entließ sie Patronella. Jetzt machte sie sich doch ernstliche Sorgen, dass der Zauberer Brogan ihre geliebte Tochter Sikiri nicht befreien könnte. Aber nach ein paar Tagen kamen dann alle glücklich im Schloss an.
Die Königin begrüßte alle kurz und wollte dann mit dem Zauberer sprechen. Die Prinzessin Sikiri war froh endlich in ihr Bett zu kommen, um sich auszuruhen. Auch Prinz Toris war erschöpft und legte sich bald zur Ruhe. Die Königin war nun allein mit dem Zauberer und erzählte ihm alles, was sie erfahren hatte. Brogan war sehr empört und sprach zur Königin: "Mach Dir keine Sorgen, ich werde in meine Gemächer gehen und ein bisschen experimentieren. Gib mir drei Tage Zeit. Diese Zeit brauchst Du ja auch um die Hochzeit vorzubereiten." Damit ließ er die Königin allein.
Diese kümmerte sich jetzt um die Hochzeitsvorbereitungen. Das Essen musste bereitete werden, die Gäste mussten eingeladen werden. Das Hochzeitskleid der Prinzessin Sikiri musste auch geschneidert werden. Und so hatte Königin Fridena sehr viel zu tun und dacht nicht mehr weiter an die böse Tat der Prinzessin Lasina. Als es dann am vierten Tag soweit war, kam auch Brogan wieder und hatte für Königin Fridena, Prinzessin Lasina, Prinzessin Sikiri, Prinz Toris, und sogar für die Kammerzofe Patronella ein Geschenk. Für die Königin hatte der Zauberer eine Kette mit einem wunderschönen Anhänger. Dieser Anhänger zeigte eine Rose, die weinte: "Trage dieses Amulett in Zukunft bitte immer", sagte Brogan zur Königin. Die schöne Kette hatte nämlich eine magische Wirkung. Solange die Königin das Amulett trug, vergaß sie alles Böse, was mit ihrer älteren Tochter Lasina in Zusammenhang gestanden hatte.
Für die Prinzessin Sikiri hatte er eine einzige Rose, die einen bläulichen Schimmer ausstrahlte und außerdem nie welkte. "Stelle diese Rose neben Dein Bett, sie wird nie verblühen", sprach der Zauberer Brogan zu der Prinzessin und küsste sie auf die Stirn. Diese blaue Rose hatte die Wirkung, dass Sikiri nie krank werden würde.
Dem Prinzen Toris schenkte Brogan ein Schwert mit einer Rose.
"Trage das Schwert immer bei Dir Toris, und Du wirst jeden besiegen", ermahnte der Zauberer den Prinzen. "Und für Dich Lasina habe ich einen Zaubertrank hier in diesem Gefäß mit der Rose, die nie welkt", erzählte der Zauberer der Prinzessin Lasina, "er wird Dich noch schöner machen, als Du schon bist." In Wirklichkeit aber war dieser Zaubertrank gemacht, um aus der bösen Prinzessin Lasina auch eine liebenswerte Prinzessin zu machen. "Als letztes habe ich Dein Geschenk Patronella. Es ist ein Ring mit einer Rose, die noch nicht erblüht ist. Trage diesen Ring immer.
Und falls die Rose eines Tages erblüht, wirst Du den Mann finden, der Dich für immer liebt." Aber auch mit diesem Ring hatte es eine besondere Bewandtnis. Sobald nämlich Patronella wieder einmal lauschen sollte, um es dann weiter zu erzählen, würde sie nur eine wunderschöne Melodie hören. So könnte sie in Zukunft nie wieder etwas ausspionieren. Alle bedankten sich für die fantastischen Geschenke. Es wurde gefeiert und gelacht und um Mitternacht kam auch die gute Fee Daseire, und brachte dem jungen Paar ihr Geschenk. "Ich wünsche Euch alles Glück der Erde, eine schöne Zukunft und viele Kinder." Dann hob sie die Arme empor, und es fing an viele tausend weiße Rosen im Schloss zu regnen. Damit verließ die gute Fee Daseire das Schloss und ging wieder zum Teich des Königreichs zu ihrer weißen Rose.
Alle feierten noch bis in den frühen Morgen.
Und so lebten alle glücklich und zufrieden. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch…
 
Nachdem nun Kasshoku geendet hatte, war es erst wieder einmal für einen Augenblick still. Dann gab es einen Knall, einen Blitz und grelles Licht: Und nun erschien wirklich Tekeshi Maranga und sprach zu den versammelten Tieren: "Nun, ich sehe, Ihr kommt auch gut ohne mich zurecht und könnt wunderschöne Geschichten erzählen." Da mischt sich wieder einmal Okami ein: "Du hast uns also gehört? Aber warum meldest Du Dich dann nicht? Ist das nicht ein bisschen unhöflich?" "Moment, Moment, das sind ein bisschen viel Fragen auf einmal. Also, ja, ich habe Euch gehört und ich habe mich nicht gemeldet, weil ich mir gedacht habe, dass auch Andere gute Märchen erzählen können, wie man sieht und hört." "Dann bist Du ständig in unserer Nähe, wenn man so will?" Fragt nun Neko. "Nähe ist vielleicht ein bisschen falsch, aber das näher zu erklären, wäre etwas kompliziert. Nehmt einfach an, dass ich immer und überall Euch sehe und höre. Aber nun, wollt Ihr jetzt auch noch ein Märchen von mir hören, oder habt Ihr schon genug?" Zuerst einmal antwortete keiner. Die Pferdeherde war viel zu erstaunt und ein bisschen erschrocken, als so plötzlich die Kugel auftauchte und dann der Geschichtenerzähler. Und die Drei von der Tatzenbande wartete einfach nur ab, was nun geschehen würde. Sie waren es ja schon gewohnt, die etwas seltsamen Anwandlungen von Tekeshi Maranga zu erleben. Da nach einigen Minuten des Schweigens, sich immer noch keiner zu Wort gemeldet hatte, beantwortete sich Tekeshi Maranga seine Frage selber: "Es scheint also, das Ihr noch mehr hören wollt. So will ich nun einmal überlegen, was ich erzählen könnte." Und nachdem er seinen Kopf etwas schräg und seine Stirn in Falten gelegt hatte begann er zu berichten:
Das Märchen der drei ungleichen Schwestern